Boss Of All Bosses von „Slim Thug“

Küstler:
Slim Thug
Redaktions-Wertung:
Titel:
Boss Of All Bosses
Release:
14. April 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

slim-thug-boss-of-all-bosses-cd-bewertungendeEndlich ist es so weit, nach gut vier Jahren veröffentlicht Slim Thug nun sein zweites Album „Boss Of All Bosses“. Zwischenzeitlich ist ja einiges passiert, denn der 2 Meter Hüne aus Houston stritt sich mit seinen damaligen Mentoren Pharrell Williams und Chad Hugo über den Sound der neuen Platte, was zur Folge hatte, dass er das Neptunes Label Star Trak und den zugehörigen Major Universal in Richtung Koch verlies. Eine weise Entscheidung, denn so konnte Slim Thug tun und lassen was er wollte, nämlich Musik produzieren, die dem Stil seiner Heimatstadt entspricht. Hauptsächlich verantwortlich dafür: Mr. Lee, aber auch andere große Namen wie Mannie Fresh und Jim Jonsin hatten bei der Produktion ihre Finger im Spiel und präsentieren uns nun ein weiteres Werk im Houston-Jahr 2009.

Der Titelsong „Boss Of All Bosses“ übernimmt die Rolle des Intros und legt gleich mächtig vor. Brachialer Bass, der mit vielen düsteren Elementen und mystischen Operngesängen im Hintergrund verziert ist, pumpt zu den Rhymes von Slim Thug, der sein Organ mal wieder richtig einzusetzen weiß. Deutlich chilliger geht es bei „I’m Back“ zusammen mit Devin The Dude zur Sache. Von diesem Track gab es ja auch eine Version, die von Dr. Dre produziert wurde, der finale Album Cut stammt allerdings aus den Händen Mr. Lees, der perfekte Arbeit abgeliefert hat und ein Instrumental schmiedete, das besonders mit Devins butterweicher Stimme reingeht wie Öl, aber auch gut zu Slim Thug passt. „I Run“ war die erste Single des Albums und sollte daher einigen schon bekannt sein. Jim Jonsin ist verantwortlich für viele Synthie-Effekte, die sich besonders im Hook, der von Yelawolf eingesungen wurde, richtig nice anhören, doch auch die ruhigeren Passagen während der Strophen sind wirklich ein Genuss.

Mannie Fresh ist neben seiner Tätigkeit als Produzent auch als Feature bei „Show Me Love“ dabei. Wie es für Mannie so üblich ist, ist auch dies ein Song, der dank schöner Melodien und tollem Groove für gute Laune und gleichzeitig für Abwechslung sorgt. Mein persönliches Highlight findet man mit „Smile“ vor. Zwar sind die Lyrics hier nicht wirklich deep, der großartige Sound und die perfekt dazu passende Stimme von Slim Thug machen das jedoch wieder wett, sodass man ein emotionales Synthesizer-Brett erleben darf, das einfach nur rockt. Typisch Houston mäßig kommt „Top Drop“ (feat. Paul Wall) um die Ecke. Screw-Elemente veredeln den Refrain, ansonsten kommen relaxte Melodien, ein bisschen Frauengesang und die reinste Entspannung auf einen zu. Leider fällt die Qualität ab hier ein kleines bisschen ab. Zwar sind die Tracks immer noch recht ordentlich, doch es fehlt einfach der Aha-Effekt, der dazu führt, dass man die Tracks längerfristig im Kopf behält.

Gute Beispiele hierfür wären wohl „Thug“, „Leanin“ (feat. UGK) oder „My Bitch“, die man zwar ohne skippen zu müssen anhören kann, aber wie gesagt fehlt einfach das gewisse Etwas. Ein richtiges Sahnestück hingegen findet man mit „Associates“. Neben Slim’s Boss Hogg Outlawz Kollege J-Dawg ist auch noch Z-Ro mit am Start, der es mal wieder schafft mit seinem Gesang den Höhepunkt zu setzen, allerdings lassen sich die anderen auch nicht lumpen und machen diesen chilligen Jam zu einem der besten Songs der Platte. Auch Scarface lies es sich nicht nehmen eine Zeile zu droppen, dies geschieht auf „Hard“, ein Song mit mächtig Soul und Emotion – einfach klasse. Zum Ausklang von „Boss Of All Bosses“ bekommt man noch eine fast 9 minütige Rap-Session auf „Welcome 2 Houston“, bei dem wirklich alles dabei ist, was in H-Town Rang und Namen hat, lediglich Lil‘ Flip fehlt, aber der versteht sich ja bekanntlich auch nicht mit Slim Thug.

Im Vergleich zu „Already Platinum“ hat sich wirklich einiges getan, was darauf zurückzuführen ist, dass die Neptunes nicht mehr als Executives mit an Bord sind. In Alleinregie hat es der Boss Hogg Outlawz Frontmann geschafft, ein Album mit typischem Texas Sound zu erschaffen, etwas mehr Experimentierfreude wäre jedoch zu wünschen gewesen. Nachdem Houston 2005 von der Plattenindustrie ausgeschlachtet und kurz darauf wegen Florida wieder fallen gelassen wurde, scheint man sich alleine wieder rehabilitiert zu haben, denn neben Slim Thug gibt es aktuell mit E.S.G., UGK, Paul Wall oder Mike Jones ja noch einige weitere große Namen mit neuen Alben, außerdem sind noch neue Platten von Z-Ro, Chamillionaire, Lil‘ Flip, Bun B oder Trae angekündigt. 2009 wird das Jahr von Houston!

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