Blue Collar von „Rhymefest“

Küstler:
Rhymefest
Redaktions-Wertung:
Titel:
Blue Collar
Release:
1. September 2006
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

rhymefest-blue-collar-cd-bewertungendeDer Mann, der auf den tollen Namen Che Smith hört, ist uns seit ein paar Jahren eher als Rhymefest ein Begriff. Gepusht durch Kanye West bekam der junge MC aus Chicago einen Plattenvertrag bei Sony und brachte mit „Blue Collar“ ein großartiges Werk, sogar eines der besten 2006, auf den Markt. Auch wenn die Produzenten Cool & Dre, Kanye West, No I.D. und Mark Ronson auf ein eher chartorientiertes Album schließen lassen, ist dies absolut nicht der Fall. Straffe Beats mit viel Seele und noch mehr Abwechslung, dazu ein motiverter Rapper mit verdammt starken Rhymes, wie es für Chicago ja üblich ist, allerdings ein Spur härter als z.B. Common oder Kanye.

Relativ straff geht es nach Q-Tip’s Intro auch gleich schon mit „Dynomite (Going Postal)“ los. Hart hämmernde Beats, dazu einige Bläser und eine imposante Hintergrundmelodie, die Rhymefest bei einer ersten Darbietung seiner Klasse unterstützen. „Brand New“ klingt für eine Kanye West Produktion relativ ungewöhnlich, hört sich fast nach einer 80er Jahre Actionserientitelmelodie an, kommt etwas unmelodisch daher, rockt aber dennoch und zeigt einen Rhymefest, der seinen Gast Kanye am Mic ganz schön blass aussehen lässt. „Fever“ verbreitet tatsächlich Fieber und zwar Tanzfieber! Das flotte Instrumental, welches aus einer mitreißenden Posaunenmelodie, Claps und Frauengesang besteht macht schon richtig viel Laune und auch Rhymefest geht mit seinen lässigen Rhymes sowas von gut ab und verleiht dem Track somit verdammt viel Groove.

Mit „All I Do“ wird man etwas in die 70er versetzt, denn es wirkt als hätte man den damaligen Funk mit heutigen Beats gekreuzt, was die vielen Eindrücke von „Blue Collar“ noch einmal aufzeigt. Etwas entspannter geht es bei „Get Down“ zu Sache. Trotz des etwas härteren Beats wirkt alles etwas relaxter, was durch das schöne Geigenspiel, die tollen Scratches und den Frauengesängen hervorgerufen wird. Wenn dann noch so ein talentierter Rapper wie Rhymefest dazu stößt, der mit seinen dopen Lines den Hörer voll und ganz in seinen Bann zieht, wird das Ganze zur echten Bombe. Nicht minder gut geht es sofort mit dem sehr emotionalen „More“ weiter. Produziert wurde das gute Stück von Cool & Dre, die einen angenehmen Beat mit einer Kombination aus Klavier, E-Gitarre und etwas Synthesizer kreuzten, was sofort unter die Haut geht und besonders mit Kanye’s gesungenem Refrain zu einem echten Highlight wird.

Schlichter kommt „Chicago-Rillas“ um die Ecke, überzeugt vor Allem durch die Raps von Rhymefest, Bump J und Mikkey, doch auch das Gorillagebrüll im Hintergrund kommt sehr fresh. „Stick“ passt vom Stil her irgendwie nicht ganz zu den anderen Songs, was daran liegt, dass es eine Nummer für Clubs ist, nichts desto trotz durch tief hämmernde Bässe und die Samples von „Take Me To The Mardi Gras“ überzeugen kann, jedoch ist es der schwächste Track von „Blue Collar“. Von der Kollabo mit Jungstar Mario auf „All Girls Cheat“ hatte ich mir einiges versprochen, heraus kam ein ordentlicher, R’n’B angehauchter Track, den man sich gut anhören kann, der einen jedoch nicht vom Hocker haut. „Blue Collar“ bietet dem Hörer so viel, dass es schon fast unglaublich erscheint.

„Devil’s Pie“ besteht eigentlich hauptsächlich aus Beat, Schlagzeug und E-Gitarre, groovt dennoch so verdammt stark, dass es zur wahren Freude wird hier zuzuhören. Eigentlich genauso großartig ist der Hammer „Bullet“. Allein schon bei dem ruhigen, aus Akustikgitarren und Schlagzeug bestehenden Instrumental geht einem das Herz auf, doch es kommen ja noch Rhymefest mit seinen tiefgründigen Lyrics und Sänger Citizen Rope mit einem genialen Refrain dazu und machen diesen Song zur Krönung diesen großartigen Albums. Nun erreicht man das Ende von „Blue Collar“, für welches Mark Ronson zwei eher amüsante und frische Lieder geschmiedet hat. Besonders „Build Me Up“ zusammen mit ODB vom Wu-Tang Clan (R.I.P.) dürfte jedem ein Lächeln aufs Gesicht zaubern, was dem fröhlichen Klavier-/Gitarren-Stück und besonders ODB’s verrückter Stimme zu verdanken ist.

„Blue Collar“ wurde echt ein Debüt wie man es nicht besser hinbekommen kann. Intelligente Verse und guter Flow von Rhymefest, ausgefeilte und sehr abwechslungsreiche Instrumentals seiner Producer machen diese Platte zu einem echten Genuss für wahre Rap-Liebhaber. Am Besten nicht lange reinhören, einfach zuschlagen, hier macht man absolut nichts falsch.

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