A Tribute To Rosie Perez von „Felt“

Küstler:
Felt
Redaktions-Wertung:
Titel:
A Tribute To Rosie Perez
Release:
13. November 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

felt3-cd-bewertungen-de.jpgLetztes Jahr machte Murs zum ersten Mal das Major Business mit seiner Platte „Murs For President“ unsicher, im Winter 2009 dagegen bekommt man wieder Altbewährtes vom Living Legends Rapper aus Los Angeles geboten. Zum bereits dritten Mal formiert sich Murs mit seinem Buddy Slug, seines Zeichens 50% der Gruppe Atmosphere, zum Duo Felt, Plattenfirma dafür ist selbstverständlich wieder Minnesota’s bekanntestes Label Rhymesayers Entertainment. Wie auch in der Vergangenheit wird der Albumtitel wieder einer Schauspielerin gewidmet, in diesem Fall ist Rosie Perez die Glückliche. Schaut man auf die Tracklist von „Felt 3: A Tribute To Rosie Perez“, so findet man eine Mega-Tracklist mit stolzen 21 Songs, kein Intro, kein Outro, keine Skits – nur Musik! Produziert wurde die Scheibe von der ersten bis zur letzten Sekunde komplett von Aesop Rock, sicher gut für den sprichwörtlichen roten Faden, aber natürlich birgt so etwas auch Gefahren.

Schon gleich zum Einstand „Protagonists“ spürt man, dass Aesop seinem Beinamen Rock alle Ehre macht, denn auch wenn man keine dröhnenden Riffs zu hören bekommt, sind doch dezente E-Gitarren und Schlagzeug verantwortlich für den Sound, der zwar nicht all zu hart ist, aber trotzdem energiegeladen rüberkommt. „Felt Chewed Up“ führt das Ganze fort, hat allerdings eine etwas dunklere Note und pumpt dabei doch sehr ordentlich, zusätzliche Scratches perfektionieren das Instrumental, bei dem sich auch Felt mit souveränen Flows keine Blöße geben. Aesop’s rockiger Sound begleitet einen auch weiterhin, zum Glück schafft er es jedoch immer wieder etwas Abwechslung in die Songs hineinzubringen. „Bass For Your Truck“  wäre da ein gutes Beispiel. Bässe gibt es hier natürlich in Hülle und Fülle, aber auch ein generell sehr aus der Elektronik kommender Klang begleitet die Gitarren. Hier hat man fast das Gefühl, als sollte der Producer im Vordergrund stehen, den wirklich viele Vocals gibt es nicht zu hören, was aber in diesem Fall nicht sonderlich stört. Neben Rosie Perez bekommt auch Kevin Spacey hier seine Widmung. „Kevin Spacey“ wäre ein recht verrücktes Stück. Kurzes Banjo-Intro, danach beginnen abgefahrene Melodien und leicht verzerrte Gesänge die rhythmischen Drums zu verzieren. Hier gibt es keine Rap Passagen, man sollte das Stück eher als kurzen Einschub zur Auflockerung sehen.

Düster und geheimnisvoll wummert „Ghost Dance Deluxe“, besonders Murs stellt sich dabei wie so oft auf diesem Album in den Vordergrund, Slug ist die etwas unscheinbare, aber qualitativ gleichwertige Ergänzung. Teilweise ist man wirklich erstaunt, in welche Klangwelten uns Aesop Rock mit seinen Beats hier mitnimmt. Beispielsweise „Revisiting The Styleetron“ klingt kein Stück nach konventionellem Hip Hop, sehr abstrakt, zwar etwas bedrückend, aber auch sehr faszinierend, dazu sorgen die Jungs am Mic dafür, dass man gut unterhalten wird und keine Eintönigkeit aufkommt. Mächtig Power steckt in „Glory Burning“, dessen penetranter Beat sehr maskulin rüberkommt, zusätzlich gibt es futuristische Synthie-Effekte, die ein spaciges Feeling aufkommen lassen, Felt kicken dazu bissige und richtig mitreißende Rhymes. Man hat generell das Gefühl, dass Aesop öfters etwas experimentiert hat, glücklicherweise gelangen die meisten Sachen. Man muss sogar sagen, dass eher die rockigen Sachen wie „Felt Good“ oder „We Have You Surrounded“ den konventionellen Rap Hörer vor eine kleine Probe stellen, auf der anderen Seite gibt es aber auch wieder einiges an Liedern, die einen mit ihrem Sound komplett in den Bann ziehen. Ganz zum Schluss werden mit „Give It Up“ und „Paul Reubens“ noch einmal sehr von Electro geprägte Stücke ausgepackt, die die Boxen zum Beben bringen. Diesmal sind es die alteingesessenen Felt Fans, die sich erst daran gewöhnen müssen, doch das sollte kein Problem sein.

Komplett anders als die ersten Alben und dennoch Felt, so lässt sich das dritte Album von Murs und Slug kurz zusammenfassen. „A Tribute To Rosie Perez“ ist sicher nicht für jeden das Richtige, eher eine LP für die man sich wirklich Zeit nehmen muss und sie auch öfters anhören sollte, um alle Eindrücke aufnehmen und verarbeiten zu können. Wer die Rhymesayers Clique mag, wird ungefähr wissen, auf was er sich hier einlässt und kann blind zugreifen. Alle anderen sollten vor dem Erwerb unbedingt rein hören.

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