2econd Season von „Unk“

Küstler:
Unk
Redaktions-Wertung:
Titel:
2econd Season
Release:
21. November 2008
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

2econd-season-cd-bewertungen-deZwei Jahre ist es her, als „Walk It Out“ einer der Hits in den Clubs war. Seitdem ist es etwas ruhig ums Oomp Camp geworden, denn außer dem nur mäßig erfolgreichen neuen Album von Baby D hörte man bis auf ein paar Gastproduktionen von DJ Montay nichts mehr von Atlanta’s Indie-Label Nummer 1. Nun ist Unk mit seinem Sophomore „2econd Season“ zurück um die Kassen wieder klingeln und die Booties wieder shaken zu lassen. Wie auch beim Vorgänger darf man lyrisch nicht all zu viel erwarten, es ist wieder mal eine Platte nur für Partys. Produziert wurde komplett alles von DJ Montay, als Features hört man u.a. Sean Kingston, Ying Yang Twins, Three 6 Mafia, Ray J oder Loko.

Mit „On My Shit“ startet das Album und es startet ohne große Überraschungen. Wie gewohnt tief schlagende Beats, dazu noch düstere Melodien und ein Violinenstück sorgen für eine nette musikalische Untermalung von Unk’s Rhymes. Im ähnlichen Stil geht es mit „That’s Right“ weiter, das allerdings auf akustische Instrumente verzichtet und sich dafür einiger Crunk-Elemente bedient, jedoch nicht wirklich überzeugen kann, was hauptsächlich an Unk’s beschränkten Reimskills liegt.

„Show Out“ erinnert stilistisch an Unk’s ersten Hit „Walk It Out“, wird von trommelnden Kickbeats im Clubtempo und ein paar Synthies, sowie stumpfsinnigen Jiggy-Wiggy-Versen dominiert, die voll und ganz auf Party ausgelegt sind. Auf „Wet Wet“ findet man endlich ein paar Gäste, die Unk unterstützen. Nach ihrer Kollabo „I’d Rather“ hat es sich die Three 6 Mafia nicht nehmen lassen hier mitzuwirken, außerdem brachte man noch Juicy J’s Bruder Project Pat und Blazed mit. Auch hier drücken die Bässe gnadenlos und pusten die Ohren frei.

Das düstere Feeling, das der Track mit sich bringt, sowie die vielen MCs, machen den Song damit zu einem der besten von „2econd Season“. Den ersten Song mit wirklichem Hitcharakter findet man mit „She Freaky“ zusammen mit Blazed und Ray J. Flotte Bassline gepaart mit einer genialen und eingängigen Synthesizermelodie zeichnen diesen Smash aus. Unk rappt passend dazu etwas schneller, was sich doch recht ordentlich anhört, am Meisten jedoch überzeugt Ray J im Refrain, der noch zusätzlich durch etwas Auto-Tune aufgepeppt wird.

Ebenfalls nicht schlecht wäre das wieder eher harte und dunkle „Beat Dat Azz“, das mit gescrewten Verses und aggressiven Hintergrundklängen sehr kraftvoll wirkt und gut abgeht. Neben Unk geben sich auch noch 11 Dub, Mannish Man, Loko und Princess von Crime Mob die Ehre. Nach dieser doch recht gelungenen Phase macht sich schnell etwas Ernüchterung breit. Single „In Yo Face“ weiß zwar anfangs durch seine dynamische Art zu gefallen, wird im Laufe der Zeit jedoch etwas eintönig, später nervig und auch Unk’s sehr eigenwillige Stimme und Flow dürften bei manchem an die Grenze des Erträglichen gehen.

Ungewohnt ruhige Töne werden mit „Make It“ angeschlagen. Besonders die sehr angenehme und melodische Art des Tracks machen ihn zu etwas Besonderem, aber auch Unk’s Versuche etwas tiefgründigere Rhymes zu kicken müssen gewürdigt werden. Das komplette Gegenteil ist leider mit „Where My Ladies At“ der Fall. Wie der Name schon verrät ist dies ein Clubtrack, allerdings sowohl lyrisch als auch von der Produktion her auf unterstem Niveau. Da helfen auch die Girls im Hintergrund, die Unk anfeuern, nicht viel. Dass es doch geht hört man mit „Sweep Da Flo'“ in Zusammenarbeit mit den Ying Yang Twins. Dieser Song bringt die Tanzflächen wirklich zum Beben und eignet sich auch gut, wenn man sich im Auto mal wieder den Rücken von den Bässen massieren lassen will.

Fast schon lächerlich ist das übertrieben schnulzige und glatt gebügelte „You’re The One“, bei dem besonders die Features Sean Kingston und D’Angel im Vordergrund stehen. Mit diesem aufgesetzten Geschmachte lassen sich vielleicht noch Teenies beeindrucken, sonst niemand. Das nun nahe rückende Ende ist wie das gesamte Album nicht wirklich berauschend, aber ganz in Ordnung. Hervorzuheben ist hier besonders „Main Attraction“, ein Partysong, der mal etwas mehr Wert auf rhythmische Melodien als auf das immer gleiche Beatgehämmer legt. Sinnbildlich für dieses Album ist, dass es mit einem weiteren Clubsmash, nämlich „Make You Move“ ausklingt.

Unk’s neuem Album fehlt es besonders an Abwechslung. Zwar gibt es zwischendurch ruhigere bzw. düstere Nummern, doch man hat einfach nicht das Gefühl etwas wirklich Neues zu erleben. Leider fehlt es auch etwas an absoluten Hits, sodass sich die komplette Scheibe in der Mittelmäßigkeit verliert. Wer mal wieder ein Album braucht, das bei der nächsten Party die Subwoofer zum Glühen bringt, ist hier ganz gut aufgehoben, diejenigen, die Down South Rap mit Inhalt suchen, liegen dagegen komplett falsch.

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