Kritik | The World Is Yours von „Motörhead“

Küstler:
Motörhead
Redaktions-Wertung:
Titel:
The World Is Yours
Release:
10. Dezember 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Motörhead bleibt Motörhead bleibt Motörhead. Fans der Truppe um Lemmy Kilmister dürften darüber nicht enttäuscht sein, im Gegenteil: Auch im Jahr 35 nach der Bandgründung zeigt die Gruppe, wie schneller, harter und ehrlicher Rock’n’Roll anno 2010 auszusehen hat.

„The Wörld Is Yours“ reiht sich problemlos ein in die lange Liste von Veröffentlichungen, die die britische Band seit ihrer Gründung eingespielt hat. Das Album setzt auf viele Trademarks der Band, allen voran natürlich auf das unverkennbare und durch unzählige Kippen und Alkoholika geformte Organ des Frontmannes, der trotz seiner fast 65 Jahre immer noch kein bisschen müde wirkt.

Dennoch: wer auf den schnellen, extrem harten Rock’n’Roll früherer Jahre hofft, wird sich umorientieren müssen. Auf ihrem neuesten Album fährt der Dreier aus Großbritannien das Tempo ein wenig runter und geht nicht mehr ganz so schnell zur Sache. Das soll jetzt allerdings nicht heißen, dass das Album im Midtempo versinkt. Vor allem der Eröffnungstitel „Born To Lose“ groovt dank exzessivem Einsatz der Double Bass ordentlich. Überhaupt stellt man während des Hörens immer wieder fest, dass hier Musiker bei der Sache sind, die ihr Handwerk verstehen. Technisch bewegt sich die Gitarren- und Drumarbeit auf einem ganz hohen Niveau; der Sound klingt insgesamt sehr professionell, aber immer noch dreckig genug, um nicht als glattgeschmirgelte Einheitsplatte durchzugehen.

„Bye Bye Bitch Bye Bye“ beschließt das Album als fett groovender, tanzbarer Rock’n’Roll-Song, der unverkennbar nach Motörhead klingt. Zwischen diesen beiden Titeln befinden sich acht größtenteils überdurchschnittliche Songs, die den Hunger der Fans auf neues Material zwar stillen können, insgesamt aber zu wenig originell daherkommen. Man kann sich irgendwie nicht des Eindrucks verwehren, dass „The Wörld Is Yours“ ein Album ist, das auf Nummer sicher geht. Es fehlt auf Albumlänge insgesamt an den Ideen und Überraschungen. Zwar hört man dem, was aus den Boxen strömt, gerne zu, doch insgesamt fehlen die Fixpunkte im Album – einige kleine Höhepunkte, die sofort beim ersten Hören im Ohr hängenbleiben. Somit bleibt unterm Strich ein solides, Spaß machendes Rock’n’Roll-Album, dem ein paar mehr Höhepunkte jedoch gut getan hätten.

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