Kritik | Martin And James von „Martin and James“

Küstler:
Martin and James
Redaktions-Wertung:
Titel:
Martin And James
Release:
25. März 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Martin Kelly und James O’Neill sind vielleicht die letzten beiden Gentlemen auf dieser Erde. Und sie können auch noch gute Musik machen! Eine Kombination, die eigentlich jedes Frauenherz zum Höherschlagen bringen müsste. Gut, sie trinken auch gern mal ein Bierchen und sind ein wenig rau, aber das ist wohl typisch schottisch. Die beiden Herren aus Coatbridge haben im März ihr Debüt-Album „Martin and James“ veröffentlicht, und das ist so überzeugend, dass sich all die schlaflosen Nächte, die sie im Laufe ihrer Karriere investiert haben, auszahlen. Wer von dem Duo noch nicht gehört hat, sollte das schnellstens nachholen.

Denn Folk scheint in diesem Jahr einen ganz neuen Stellenwert zu bekommen. Waren bislang Genres wie Pop oder Dance/Electro vorherrschend, so betreten immer mehr Vertreter von Indie oder Folk das internationale Parkett. Und sie zeigen, dass wirklich handgemachte Musik noch mal etwas ganz anderes ist. Im Fall von Martin und James sind das 13 Titel, die sich auf das Wesentliche konzentrieren. Mehr ist auch nicht nötig, denn ihre Songs leben von einer unheimlichen Intensität.

Kennengelernt haben sich die Beiden bereits mit zwölf in ihrem Heimatörtchen Coatbridge nahe Glasgow, verbunden durch die Liebe zur Musik. Ihre ersten Platten waren von Guns’n’Roses und den Spin Doctors, ihre Vorbilder Led Zeppelin bzw. Jimme O’Neill, der Vater von James, selbst Teil einer Band. Mathe lag ihn weniger und sie hatten auch kein Interesse an der Schule oder einem Studium. Was Martin und James reizte, waren Gitarren, wilde Tourneen und natürlich ein Plattenvertrag. Bis dahin war es allerdings ein weiter Weg. Geprägt von Gelegenheitsjobs bei Fastfoodketten und Fahrdiensten. Irgendwann zog es Martin und James dann nach Berlin. Nur bewaffnet mit ihren Akustikgitarren und ihrem Talent.

Doch auch hier lag das Glück nicht auf der Straße. Sie änderten ihre bisherige Rollenverteilung, nahmen das Mikro gleichermaßen in die Hand und stellten fest, dass ihre Stimmen eigentlich hervorragend miteinander harmonierten. Erste Samples, die sie auf MySpace vorstellten, bestätigten dies. Labels wurden auf sie aufmerksam, sie begleiteten Bands wie Lissie, Ellie Goulding, The Fray und Simply Red auf Tour und ihre EPs fanden ebenfalls Anklang. Klar, dass da ein Album folgen musste. Und was für ein! Zu „Martin and James“ muss man eigentlich nicht viel sagen. Außer: Kaufen! Die Musik erklärt sich nahezu von selbst.

Anspieltipps: „Tides“, „Crashing Into Love“, “Wrong Directions”, “All Over The News”.

Weblinks

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

n/a