Kritik | Livet von „Fjarill“

Küstler:
Fjarill
Redaktions-Wertung:
Titel:
Livet
Release:
17. September 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Elfengleich. So könnte man die Musik von FJARILL in einem Wort beschreiben. Die Schwedin Aino Löwenmark und die Südafrikanerin Hanmari Spiegel bezaubern mit Klängen, die nicht von dieser Welt zu sein scheinen. Nach „Stark“, „Pilgrim“ und dem Weihnachts-Album 2008 „God Jul“ präsentiert das Duo jetzt die neue Scheibe „Livet“, die mit zwölf federleichten und verspielten Songs aufwartet. Sanft, wie ein warmer Sommerregen oder der erste, zarte Schnee. Das Album passt zu jeder Jahreszeit, denn die Musik ist unheimlich beruhigend und wohlklingend.

Damit bedienen FJARILL ganz klar keine Schublade. Sie mischen schwedischen Folk mit afrikanischen Klängen und schaffen damit einen einzigartigen Sound, der auch ohne englischsprachigen Text funktioniert. Der Gesang von Aiono Löwenmark, das Geigenspiel von Hanmari Spiegel – hier passt einfach alles. Bereits der Opener und Titelsong „Livet“ (zu dt. Leben) packt einen und blendet den Alltag für ein paar Minuten aus. Geigen, Klavier und die bezaubernde Stimme der Schwedin harmonieren perfekt. Auch wenn „Syster“ (zu dt. Schwester) ein trauriges Thema, den Tod einer guten Freundin, abhandelt, versinkt das Ganze dennoch nicht in Melancholie, sondern zeigt, dass es immer einen Weg gibt. Dies zieht sich wie ein roter Faden durch das Album.

Bei „Ukuthula“ (zu dt. Frieden) kommen dann erstmals afrikanische Klänge ins Spiel, spätestens im Refrain wird es aber wieder Schwedisch. Hier ist auch erstmals Hanmari Spiegel solo zu hören. „Cowboy“ im Anschluss steckt voller Leben, obwohl es, wie auch „Slapiekanienie“, ein reines Instrumentalstück ist. „Varm“ zählt für mich, neben „Livet“ zu den schönsten Stücken auf dem Album. Die wärmenden Gedanken, die es ausdrücken will, bringt es auch genauso rüber. Richtig ruhig wird es dann mit „Ukuma“ und „Vattenspegel“.

„Hopp“ erinnert anfangs an eine Spieldose, so zuckersüß beginnt der achte Song. Hoffnung ist der Titel des wohl traurigsten Songs auf der CD, dem man sich einfach nicht entziehen kann. „Jungfruanna“ gleicht dann vielmehr einer Kurzgeschichte als einem Lied und erzählt von der jungen Anna und ihrem Schicksal, bevor mit „Du“ ein beeindruckendes Liebeslied folgt. Mit „Ubahnlied“ wird es zum Schluss wieder etwas lebendiger. Und siehe da – plötzlich versteht man den Text ohne Mühe, denn Aino Löwenmark singt Deutsch mit leicht schwedischem Akzent. Man würde sich fast wünschen, dass das gesamte Album so wäre, damit man noch mehr verstehen könnte. Abschluss der CD ist „Livet II“ und spätestens danach sitzt die Melodie so fest im Kopf, dass FJARILL hoffentlich nie mehr überhört werden.

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