Want von „3OH!3“

Küstler:
3OH!3
Redaktions-Wertung:
Titel:
Want
Release:
23. Oktober 2009
LeserInnen-Wertung:
Web:
keine Angaben

want-cd-bewertungen-de.jpgSpätestens seit den Charterfolgen von Pitbull oder David Guetta ist eines nicht mehr zu übersehen bzw. -hören: die Hip Hop Szene fusioniert immer mehr mit dem Electro Bereich. 3OH!3 taten dies bereits schon 2008 mit ihrem ersten richtigen Major Album „Want“, nun wurde die Platte auch bei uns veröffentlicht. Im Gegensatz zu den anderen Songs, die aus diesem neuen Genre bereits bekannt sind, ist die Musik der 2 Jungs aus Colorado mit rougheren Electro-Beats geschmückt, dazu kommt dann je nach Titel entweder Gesang oder Rap, manchmal auch beides. Vorläufer zu diesem Album war die Single „Don’t Trust Me“, wem dieser Stil zusagt, dem sollte auch der Rest von „Want“ sicher liegen.

Hat man die Platte eingelegt, wird man mit einem kurzen Intro namens „Tapp“ begrüßt, das lediglich aus einem Instrumental besteht und einen an die Produktionen von Sean und Nathaniel heranführt, danach lassen sie es mit „Punk Bitch“ erst mal richtig krachen. Massig Synthie-Effekte, dicker Bass und ein recht aggressiver Refrain sind die Markenzeichen von diesem Brett, das die Boxen schon einmal ordentlich zum Beben bringt. Dem folgt die oben bereits angesprochene Single „Don’t Trust Me“. Sie ist deutlich melodischer und fröhlicher, auch der Gesangsanteil ist etwas höher, was zusammenaddiert eine flotte und angenehme Gute-Laune-Nummer ergibt, die auch das Potential zum Radiohit hat. Eine etwas härtere Phase folgt dem, eingeleitet mit „Chockechain“, fortgeführt mit „I’m Not Your Boyfriend Baby“, welches allerdings eine Spur zu rau wurde. Keine erkennbare Melodie, eher eine Aneinanderreihung von freaky Klängen aus der Elektronik und dazu noch viel Geschriene Textpassagen, lassen im Endeffekt leider nur wenig Freude aufkommen.

Ab der Mitte setzt man dagegen wieder mehr auf kräftige Bässe, die sich auch wunderbar zum Tanzen eignen. Ein gutes Beispiel hierfür wäre „Star Strukk“, das auf lässige Strophen baut, die noch etwas dumpf und dunkel kommen, sich zum Refrain hin aber in ein mitreißendes Beat-Feuerwerk ergießen, was sich hervorragend für den Dancefloor nutzen lässt. Auch „Photo Finnish“ geht in diese Richtung, das ist Energie pur! Einen fast schon krassen Gegensatz dazu findet man mit „Still Around“, das überraschenderweise auf ein bodenständiges und altmodisches Piano setzt, welches uns ruhige und gefühlvolle Töne bietet. Doch 3OH!3 wären nicht 3OH!3, wenn nicht auch noch die Elektronic zum Einsatz käme, in diesem Fall aber sehr dezent gehalten, sodass die Emotion behutsam, aber deutlich spürbar gesteigert wird. Selbstverständlich wird bei einem Song wie diesem auf Rap komplett verzichtet, was sehr von Vorteil ist. Ein Vorteil hingegen der Veröffentlichung bei uns, sind die 3 neuen Songs, die man nun genießen darf. Erster wäre ein Remix zu „Star Strukk“, bei dem Popsternchen Katy Perry einen Gastauftritt hat. Ähnlich sieht es mit dem „Don’t Trust Me“ Remix aus, der Newcomer Kid Cudi als kleine Überraschung bereit hält, bevor „Want“ mit einer zweiten Version von „Still Around“ seinen Ausklang findet.

„Want“ ist nicht durchgehend perfekt, dafür frisch und innovativ, noch dazu zeigen einige Ohrwürmer das Potential von 3OH!3, das hoffentlich noch lange nicht ausgeschöpft ist und uns noch einige weitere Alben von diesem oder gar besserem Kaliber bescheren wird. Wer experimentierfreudig ist sollte hier unbedingt einmal rein hören, wie generell alle, die auf elektronische Beats stehen. Vielleicht stellen sich diese zwei Underdogs für den ein oder anderen ja als echter Geheimtipp heraus.

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