One Love von „David Guetta“

Küstler:
David Guetta
Redaktions-Wertung:
Titel:
One Love
Release:
21. August 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

david-guetta-one-love-cd-bewertungen-deNachdem David Guetta sich 2007 mit „Pop Life“ auch in den deutschen Charts etabliert hat, kehrt er nun mit seiner neuen Scheibe „One Love“ zurück, um den Pop House weiter zu festigen. Anders als bei den drei Vorgängern hat der 41-jährige Franzose sein Schema etwas geändert, denn anstatt eher unbekannter Sänger, die auf seinen Beats vertreten waren, hat er sich für „One Love“ einige namhafte Künstler aus der Black Music Szene mit ins Boot geholt. Besonders die am Häufigsten vertretene Kelly Rowland prägt das Bild der Platte, aber auch weitere Stars wie Akon, Estelle, The Black Eyed Peas, Ne-Yo oder die Newcomer Kid Cudi und Makeba trifft man hier an, zum Glück auch Guetta’s langjährigen Weggefährten Chris Willis. Auch die musikalische Seite hat sich etwas geändert. Anstatt auf ausgefeilte Melodien wird hier nun eher auf schnell eingängige Rhythmen und Beats gesetzt, die eine etwas breitere Masse erreichen und zum Tanzen bringen dürfte.

Der Einstand „When Love Takes Over“, vorgetragen von Kelly Rowland, erinnert etwas an Guetta’s alte Hits. Emotional, nicht zu hart, dennoch so, dass der Otto-Normal-Hörer gut drauf tanzen kann, typischer Pop House eben. Eine Spur härter und auch mehr an Electro Dancefloors orientiert ist „Gettin‘ Over“, das dank seiner schnellen und treibenden Bässe die Tanzflache zum Brennen bringt, abgerundet wird das Ganze auch noch von Chris Willis, den man einfach am Liebsten zu David Guetta’s Produktionen hört. Dagegen wirkt „Sexy Bitch“ (feat. Akon) fast schon etwas ideenlos und langweilig, klingt nach einer 08/15 Nummer, der es an zündenden Elementen fehlt und die daher auch relativ schnell ihren Reiz verliert. Was an „One Love“ wieder einmal sehr zu loben ist, ist die Abwechslung, die man von David Guetta geboten bekommt. Eines der herausstechenden Highlight ist dabei der wunderbar melodische und auch recht chillige Song „Memories“, der von Hip Hop Newcomer Kid Cudi und seiner gut eingesetzten tiefen Stimme zu einem wahren Ohrenschmaus gemacht wird, es kann also auch mal etwas gediegener zur Sache gehen, ohne dabei an Reiz zu verlieren.

Wie anfangs bereits erwähnt hat die ehemalige Destiny’s Child Sängerin Kelly Rowland die meisten Auftritte unter all den Gästen. „It’s The Way You Love Me“ ist ein recht angenehm anzuhörender, nicht zu spektakulärer Track, der allerdings von dem Duett mit Ne-Yo auf „Choose“ deutlich übertrumpft wird. Bei den beiden Schmusesängern könnte man hier fast schon eine Ballade erwarten, doch weit gefehlt. „Choose“ ist ein gnadenloser Brecher mit treibender Bassline und einem Gesangsduo, das sich anscheinend auch perfekt auf Housebeats macht und uns besonders mit dem temporeichen Refrain ordentlich einheizt. Ebenfalls nicht von schlechten Eltern wäre „How Soon Is Now“ (feat. Julie McKnight), das in Zusammenarbeit mit Sebastian Ingrosso und Dirty South entstand und alles mitbringt, was einen guten Club Song ausmacht. Leider gibt es zwischendurch immer mal wieder die ein oder andere etwas eintönige oder auch langweilige Nummer, wie z.B. der Remix zum Black Eyed Peas Song „I Gotta Feeling“, aber auch ein „Toyfriend“ (feat. Wynter Gordon) zählt nicht gerade zu den Höhepunkten von Guetta’s Karriere. Dies sind jedoch eher die Ausnahmen. Größtenteils begeistern die meist einfach gestrickten Beats und zum Tanzen animierenden Vorstellungen der Gäste, und so können auch ein „One Love“ (feat. Estelle), „I Wanna Go Crazy“ (feat. will.i.am) und selbstverständlich auch der zweite Chris Willis Song „Sound Of Letting Go“ zweifelsohne überzeugen.

Wer die ersten Singles gemocht hat, wird unter Garantie auch am Rest von „One Love“ seinen Spaß haben, Leute, die hingegen den selben Style wie zu Guetta’s „Justa A Little More Love“ und „Guettablaster“ Zeiten erwarten, könnten vielleicht enttäuscht werden, da sich dieses Album doch eher damit beschäftigt eine sehr große Zielgruppe mit einem massenkompatibleren Sound auf die Tanzfläche zu bewegen, als eine kleine Fanbase mit aufwendigeren, emotionalen Songs zu begeistern. Hits wie „Tomorrow Can’t Wait“, „The World Is Mine“, „Love Don’t Let Me Go“ oder „Baby When The Light“ wird man zwar vergeblich suchen, insgesamt brauch sich „One Love“ jedoch nicht vor den alten Erfolgen zu verstecken.

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