Kritik | TY.O von „Taio Cruz“

Küstler:
Taio Cruz
Redaktions-Wertung:
Titel:
TY.O
Release:
02. Dezember 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Man weiß nicht genau, wie er es macht, aber irgendwie schafft es Taio Cruz, einen Ohrwurm nach dem anderen zu liefern. „Higher“, „Dynamite“ oder „Break Your Heart“ sind da nur einige Beispiele, denn auch die aktuelle Single „Hangover“ ist wieder verboten eingängig. Passend dazu wirft die UK-Hitgranate mal eben ein neues Album auf den Markt. Das nennt sich „TY.O“ und ist seit dem 2. Dezember zu haben.

Mit insgesamt 16 Millionen verkauften Singles und nahezu 300 Millionen Views bei YouTube hat sich der 28-Jährige Londoner binnen kürzester Zeit einen Stammplatz in der Liga der Pop-Giganten gesichert. Doch der R&B ist schon längst nicht mehr sein eigentliches Steckenpferd, er konzentriert sich vielmehr auf Club- und Dancesounds und tut sich damit, zumindest auf seiner neuesten Scheibe, keinen richtigen Gefallen.

Denn die Tracks sind zwar äußerst tanzbar und clubtauglich, verschmelzen aber mehr und mehr zu einer homogenen Masse, aus der nur wenig heraussticht. Sowohl textlich als auch musikalisch fehlen die Abwechslung und vor allem die Tiefe. Persönlichkeit beweist Taio bei „TY.O“ nicht wirklich. Dabei hat er diverse Top-Produzenten und -Songwriter ins Studio gebeten, unter anderem RedOne (Lady Gaga, Jennifer Lopez), Dr. Luke & Cirkut (Katy Perry, Jessie J), Carl Falk (Westlife), Rami Yacoub (N*Sync), Steve Angello (Tinie Tempah), Klas Åhlund (Britney Spears), Jimmy Joker (Usher), Sebastian Ingrosso (Kid Sister), Jason Gilbert (Eminem, Akon) und Alan Nglish, mit dem er zuvor schon den Track „Falling In Love“ aufgenommen hatte.

Retten tut diese Star-Riege das Album aber leider nicht. Nummern wie „Hangover“, „Play“ oder  „There She Goes“ sind nett anzuhören, gleichen das restliche, akustische Füllmaterial aber nicht wirklich aus. Eine der wenigen positiven Ausnahmen ist „You’re Beautiful“. Eine etwas langsamere Nummer, bei der auf die vielen BPMs verzichtet wird und Taio auch direkt mal richtig singt. Dennoch bewirkt auch dieser Titel keinen „Wow-Effekt“ und geht in der großen Masse unter. Taio glaubt vielleicht seinen Stil gefunden zu haben (einen, der sich verdächtig nach an dem der Swedish House Mafia anhört), allerdings nimmt man ihm diesen irgendwie nicht richtig ab. „Rockstarr“, das Vorgängeralbum war zwar ebenfalls dancemäßig angehaucht, hier hat es Taio aber geschafft, fast jede Nummer gut zu verkaufen. Besonders „Dynamite“, „I’ll Never Love Again“, „I Just Wanna Know“ und „Higher“ feat. Kylie Minogue. Bei „TY.O“ gelingt ihm das nicht wirklich, was schade ist.

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