Kritik | Timez Are Weird These Days von „Theophilus London“

Küstler:
Theophilus London
Redaktions-Wertung:
Titel:
Timez Are Weird These Days
Release:
14. Oktober 2011
LeserInnen-Wertung:

Es sind seltsame Zeiten, in denen wir leben. Das findet auch Theophilus London, ein MC, der in Trinidad geboren und in Brooklyn aufgewachsen ist. Sein erstes (offizielles) Album wurde mit Spannung erwartet, denn hier hatten Produzenten wie Ariel Rechstshaid (Foreign Born, MURS, Glasser), Jokke (The Teddybears), Dave Sitek (TV on the Radio) und John Hill (Santigold) ihre Finger im Spiel. „Timez Are Weird These Days“ ist aber nicht nur deshalb ein beeindruckender Erstling geworden.

Nein, es ist Theophilus selbst, der überrascht. Und er ist längst kein unbeschriebenes Blatt mehr! Auch wenn der Name Theophilus London vielleicht nicht jedem etwas sagt – der Mann ist der fleischgewordene Partymacher und hat schon mit Kollegen wie Mark Ronson gearbeitet. Einfach hatte er es aber nicht. Sein Stil schmeckt vielen nicht. Denn was Theophilius abliefert, ist kein Rap, auch kein Hip Hop. Es ist vielmehr eine Mischung aus Pop und Indie. Irgendwie aber auch wieder nicht. So richtig festnageln kann man den MC nicht. Das ist wohl auch der Grund, warum er in der Vergangeheit gern als „Hipster Rapper“ verspottet wurde.

Dem Hörer von „Timez Are Weird These Days“ kann das aber eigentlich herrlich egal sein, denn was der 24-Jährige (!) hier zeigt, ist durchaus interessant. Gewissermaßen eine Mischung aus The Neptunes, The Streets, Prince und The Smiths. Handwerklich ungeschickt? Keinesfalls. Der Sound von Mr. London ist erfrischend anders und kurzweilig. Besonders der Opener „Last Name London“ verfehlt seine Wirkung nicht. Noch eingängiger ist allerdings „Love Is Real“ feat. Holly Miranda.

Die erste Single-Auskopplung ist dennoch eine andere geworden: „Why Even Try“. Ein Duett mit Sara Quin. Mit ihr hat Theophilus schon an seiner ersten EP “Lovers Holdiday” zusammengearbeitet, die im Februar erschienen ist.

Auch wenn das Album nur auf eine Gesamtlaufzeit von 37 Minuten kommt, reicht die knappe halbe Stunde aus, um sich ein Bild von dem jungen Mann zu machen.  Von Pop über Soul bis hin zu R&B und Electro zeigt sich Theophilus London vielseitig und unterhaltsam. Irgendwie ein cooler Typ und irgendwie ein cooles Album.

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