Kritik | The Origin Of Love von „Mika“

Küstler:
Mika
Redaktions-Wertung:
Titel:
The Origin Of Love
Release:
05. Oktober 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Mika verbindet man mit absolut poppigen Ohrwürmern, etwas durchgeknallten Songs, unheimlich viel Spaß an der Musik und einem wilden Lockenkopf. Letzterer ist inzwischen etwas züchtiger und erwachsener geworden. So wie auch Mika selbst. Drei Jahre nach seinem letzten Album „The Boy Who Knew Too Much“ meldet sich der 29-Jährige jetzt mit einer neuen Scheibe zurück. Und es bleibt einem nur „Wow“ zu sagen.

Denn „The Origin Of Love“ ist höchstwahrscheinlich Mika’s bestes Album. 14 Tracks und damit knapp 50 Minuten voller Energie, Abwechslung, verspielten Sound-Elementen und einnehmenden Melodien garantieren beste Unterhaltung, auch, wenn Mika insgesamt etwas elektronischer geworden ist. Gut zeigen das der Opener und Titelsong „The Origin Of Love“, Stardust“ (hier erinnert Mika stilistisch an Adam Young aka Owl City), „Overrated“, „Love You When I’m Drunk“ (Supertramp lässt grüßen) oder auch „Emily“. Überraschenderweise zählen diese Nummern mit zu den stärksten Songs auf dem Album. Wer hätte das gedacht.

Mika selbst vielleicht nicht. Denn bei seinem dritten Longplayer hat er diesmal bewusst so ziemlich alles anders gemacht. Er hat alles in Eigenregie angeleiert, nach dem DIY-Prinzip, ohne festen Zeitplan. Nur ein konkretes Ziel hatte er: den Namen Mika und damit den eigenen Klang-Kosmos zu erweitern. Dafür hat er sich mit dem Australier Nick Littlemore (Pnau, Empire of the Sun) zusammengetan und was dabei herausgekommen ist, ist unüberhörbar. Man meint fast das Klicken des Schalters zu hören, der umgelegt wurde. Inmitten des vielschichtigen Klangspektrums konzentriert man sich aber schnell auch auf andere Töne. Und registriert, dass Mika – trotz elektronischer Poppigkeit – nicht nur über Schmetterlinge und Sonnenschein singt. „[…] Leichtigkeit muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass auch der Inhalt leicht oder banal sein muss“, so Mika. Und doch gibt er zu, dass Nick und er bei der Arbeit an „The Origin Of Love“ auch getanzt haben.

Etwas, das man als Zuhörer auch fast unbewusst macht. Die Tracklist lässt vor lauter Freude am Leben auch kaum etwas anderes zu. Und da ist er dann doch. Der Punkt, in dem Mika sich kein bisschen verändert hat. Sein Name steht weiterhin für ansteckende Musik und das ist auch gut so. „Mit dem klassischen Eintagsfliegen-Pop à la Brill Building habe ich nichts am Hut, denn was ich in diesen Songs zum Ausdruck bringe, stammt wirklich aus meinem Inneren. Es sind meine Anliegen, Dinge, die mich bewegen“, sagt Mika.

Ins Album reinhören könnt ihr hier!

 

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