Kritik | Sunken Ships von „Asbjørn“

Küstler:
Asbjørn
Redaktions-Wertung:
Titel:
Sunken Ships
Release:
30. April 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

„Sunken Ships“ ist zwar bereits im April dieses Jahres erschienen, der junge dänische Performer Asbjørn hat es aber irgendwie erst jetzt auf unsere Liste geschafft. In seiner Heimat ist er längst ein heller Stern am elektronischen Pop-Himmel, der viel Wert auf Handgemachtes legt. So kommt es auch, dass er auf seinem ersten Album fast alle Instrumente selbst spielt. Und den Zuhörer mal eben vollkommen mitreißt.

Denn was Asbjørn Toftdahl auf „Sunken Ships“ abliefert, ist wirklich überraschend. 42 Minuten lang entführt er in seine eigene Welt. Mit der will er keine Charts erobern, sondern Geschichten erzählen. Für das Album hat er sich deshalb auch ordentlich Zeit gelassen. Zwei Jahre, um genau zu sein. Entstanden ist es in Aarhus. Da, wo der 19-Jährige zu Hause ist.

Hier ist er auch zur Musik von Britney Spears oder Destiny’s Child groß geworden. Und zu einem echten Pop-Teen herangewachsen. Allerdings immer in einem gewissen Zwiespalt. Zwischen der typisch skandinavischen Melancholie und dem Dancesound aus Amerika und Europa. Doch auch zu klassischer Musik fühlte sich der Däne durch seine Eltern früh hingezogen. Das erklärt die Vielschichtigkeit seines musikalischen Schaffens. Und den handgemachten elektronischen Synthie-Kosmos, in der er hinauszieht. Tanzbar, melodisch, erfrischend.

„Sunken Ships“ ist anders. Dadurch aber auch interessant. Titel wie „Bones Bad Bones“, „The Criminal“ (erinnert rhythmisch absolut an „Follow River“ von Lykke Li), „Hunger“ oder „Robots And Wildbirds“ dürften nicht nur allen, die loungige, elektronische Nummern mögen, zusagen. Bei diesem Album kann man sich treiben lassen. Es ist Pop, aber es ist auch ein bisschen mehr. Und es ist ein Erstling, bei dem man definitiv gespannt ist, was wohl danach kommt.

Erst mal kommt Asbjørn aber nach Deutschland. Ende September hat er bereits ein Konzert gegeben, vier weitere Termine stehen bis Anfang November noch an. Bei den Livekonzerten wird die Band allrdings nicht von einem Backingtrack unterstützt: „Meine Songs entstehen mit jedem Auftritt, an jedem Ort und mit jedem Publikum neu. Manchmal geraten sie zurückgenommen, sanft, und manchmal wird eine ekstatische Raveparty daraus. Alles geschieht durch die Interaktion mit den Menschen“, sagt der junge Musiker. Sollte live keinesfalls verpasst werden.

Asbjørn im Herbst 2012 in Deutschland:

30.10.12, Dresden – Sputnik
31.10.12, Berlin – Bi Nuu
01.11.12, Hamburg – Uebel & Gefährlich/Turmzimmer
02.11.12, Essen – Hotel Shanghai/KingKongKicks

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1 Kommentar

  1. Zur Tour gibt’s das Album bis zum 2.11. hier in voller Länge im Stream zu hören: http://mittelstern.de/2012/10/asbjorn-keep-on-dancing-by-the-river-2/

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