Kritik | so90s von „Blank & Jones“

Küstler:
Blank & Jones
Redaktions-Wertung:
Titel:
so90s
Release:
02. März 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Nach der beliebten Reihe „so80s“ war eigentlich fast absehbar, dass das DJ-Duo Blank & Jones diese erweitern würde. Gesagt, getan. Vor wenigen Tagen ist nun tatsächlich der erste Teil der neuen Serie gestartet und trägt den Titel „so90s (so nineties)“. Eine Ära, der die beiden Herren selbst entstammen und die viele von uns, an eine spannende, aber – musikalisch gesehen – auch an eine sehr dance-lastige Zeit erinnert.

Was waren die 90er für ein Jahrzehnt? Es waren die Jahre der Wiedervereinigung Deutschlands, der Einführung des Grünen Punkts und der fünfstelligen Postleitzahlen, aber auch Jahre des Technikwandels. Der Discman hat den Walkman allmählich abgelöst, die Computerisierung nahm ihren Lauf und auch das Internet machte erste, behutsame Schritte. Musikalisch waren die 90er die Zeit von Rave, Techno, Hip Hop und Eurodance. Boygroups gab es an jeder Ecke, Rap wurde mit simplen Texten und Melodien gepaart. Bands wie Snap, The Offspring oder La Bouche bestimmten die Charts.

Sie waren aber nicht die Einzigen. Damit der Rest des musikalischen 90s-Kulturguts nicht vergessen wird, haben sich Blank & Jones in mühsamer Arbeit erneut einigen Retro-Perlen angenommen. Dabei haben sie ganz bewusst die komplette Explosion der Dance-Szene ab 1995 und damit auch ihre eigene Karriere als Künstler ausgeblendet und sich stattdessen darauf konzentriert,was Fans in Hinblick auf diese Dekade im Gedächtnis geblieben ist. Und siehe da, der viel zu stark vernachlässigte Pop war ebenfalls sehr präsent in dieser Zeit und ist auch knapp 20 Jahre später noch nicht angestaubt.

Wirft man einen Blick auf die Trackliste, so begegnen einem auf drei prall gefüllten CDs Acts wie Enigma („Sadeness – Part I“), Kosheen („Catch“), Seal („Crazy“), Duran Duran („Ordinary World“) oder Garland Jeffreys („Hail Hail Rock ‘n’ Roll“). Insgesamt darf man sich auf eine spannende und sehr unterhaltsame Zeitreise freuen, mit der es Blank & Jones gelungen ist, ein wenige Klischeehaftigkeit von den Schultern der 90s zu nehmen.

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