Kritik | Playing in the Shadows von „Example“

Küstler:
Example
Redaktions-Wertung:
Titel:
Playing in the shadows
Release:
07. Oktober 2011
LeserInnen-Wertung:

Elliot Gleave ist niemand, der sich versteckt. Er ist jemand, der die guten und schlechten Momente des Lebens zu schätzen weiß. Der Chancen ergreift und Möglichkeiten nutzt. Aber nicht, ohne sie zu hinterfragen. Auf „Playing in the Shadows“ schickt der Engländer seine Zuhörer nun dorthin, wo die Sonne niemals scheint und macht klar, warum er in seiner Heimat längst ein Phänomen ist. Denn als Example geht er mit gutem Beispiel voran und schreibt mal eben ein paar musikalische Gesetze neu.

So lassen sich Pop, Electro und Rap wider Erwarten nämlich doch recht gut miteinander verschmelzen und sind nicht nur tanzbar, sondern auch äußerst eingängig. Example wusste das schon lange. Aber erst seit er Calvin Harris vor zwei Jahren bei einer Show supportet hat, hat auch der Rest der Welt etwas davon. In England hat Elliot nämlich bereits zwei Alben auf den Markt gebracht. Da diese beatlastigen Wirbelstürme hierzulande eher als laues Lüftchen angekommen sind, macht der Brite mit „Playing in the Shadows“ nun noch mal richtig Wind und will es von den englischen Charts auch in die deutschen schaffen.

Das dürfte ihm durchaus gelingen, denn sein drittes Album steuert im UK nicht umsonst zielstrebig die # 1 an. „I’ve never been afraight of the highest hights“ singt der 31-Jährige in der ersten Single-Auskopplung „Changed The Way You Kiss Me“ (VÖ 16.09.). Und das dürfte ihm und seiner Karriere definitiv zugute kommen. Denn igendwie schafft er es, dass jeder der zwölf Titel auf „Playing in the Shadows“ einen direkten Angriff auf das Kopf-Nick- und Abgeh-Gen schafft. Man kann unmöglich still sitzen bleiben, während „Stay Awake“ (die zweite Auskopplung),„The Way“ oder der Titeltrack „Playing in the Shadows“ aus den Boxen schallen. Dieser Typ hat es verdammt noch mal drauf und erinnert an The Streets, bei dem er übrigens eine Zeitlang unter Vertrag war. Er mischt den Dance der 90er Jahre mit seinem ganz eigenen Gespür für Musik. Da kann man sich nur fragen, warum die Briten dieses Naturtalent so lange für sich behalten haben.

Vielleicht haben sie bis zum richtigen Moment gewartet. Elliot wusste nämlich lange selbst nicht so richtig, was er wollte. Seine erste Platte „What We Made“ (2007) war dem Hip Hop verschrieben, allerdings bezeichnet Example sie aus heutiger Sicht nicht als wirklich sich selbst. Jetzt scheint er angekommen, gründet jedes Wort auf echte Emotionen und vor allem auf Herzblut. So ist das von Nero produzierte Scheibchen nicht nur eine Vorlage zum Abtanzen, sondern auch zum Nachdenken geworden. Example sieht das eher bescheiden: „Ich gehöre nicht zu den zehn besten Rappern oder den zehn besten Sängern des Landes. Aber ich bin ein guter Songwriter und ein guter Performer […] Wer auch immer nach mir auf die Bühne geht, kann einpacken!“.

In diesem Sinne: Ab dem 30. September ist sein „echtes Leben“ vertont zu haben! Hier sollten nicht nur Schattenspieler zuschlagen …

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