Kritik | Ora von „Rita Ora“

Küstler:
Rita Ora
Redaktions-Wertung:
Titel:
Ora
Release:
19. Oktober 2012
LeserInnen-Wertung:

Rita Ora – eine Mischung aus Rihanna, Madonna und Beyoncé. Der Shootingstar aus England vereint so manche multiple Persönlichkeit und ist vielleicht gerade deshalb so erfolgreich. Wenn sie einen Raum betritt, sind ihr alle Blicke sicher. Sie hat einfach eine gewisse Aura, der man sich nicht entziehen kann. Und mit ihrem Debüt „Ora“ schafft sie es jetzt auch noch in unsere Gehörgänge.

Auch, wenn viele in diesem Jahr zum ersten Mal von Rita Ora gehört haben  – durch Knaller-Tracks wie „Hot Right Now“ oder „R.I.P.“ – die 21-Jährige wurde bereits mit 14 entdeckt und unterschrieb früh ihren ersten Plattenvertrag. Aber erst 2008 und 2009 trat sie dezent in Erscheinung: Als Gastmusikerin von Craig David („Where’s Your Love“) und in einem Musikvideo von Jay-Z („Young Forever“). 2010, als sie bereits einen Vertrag bei Roc Nation unterzeichnet hatte, war sie außerdem im Video zu „Over“ von Drake zu sehen. Ansonsten widmete sie sich 2010 und 2011 ausschließlich der Arbeit an ihrem ersten Album.

Im Februar dieses Jahres erschien dann „Hot Right Now“ und damit ging Rita direkt durch die Decke. Die Kombination aus Streetsmartness, modernem Pop-Sound und ihrer selbstbewussten Präsenz war einfach unwiderstehlich. Sie hat etwas Frisches ins Radio gebracht. Und das genau zur richtigen Zeit. Seit dem 19. Oktober steht hierzulande nun auch ihr Erstling „Ora“ in den Läden. Im UK hat er es bis auf #1 geschafft und mittlerweile Goldstatus. Sie ist die einzige Künstlerin, die es dieses Jahr geschafft hat, drei Nr. 1 Hits in Folge zu haben: Mit „Hot Right Now“, „R.I.P.“ und „How We Do (Party)“.

Klar, dass man da bei „Ora“ ganz genau hinhört. Einige Ohrwürmer hat man bereits, das Album bietet aber insgesamt zwölf Titel. Diese sind größtenteils sehr elektronisch angelegt, hier und da hört man mal etwas mehr Pop, Reggea-Ambitionen oder R&B. Mit Tinie Tempah ist bei „R.I.P.“ der einzige Gastmusiker zu finden (geschrieben hat die Nummer übrigens Drake). Ansonsten schlägt sich Rita Ora solo durch. „Ora“ ist alleine ihr Ding. Es lebt von einer großen Vielfalt. So bunt und crazy wie die Künstlerin selbst ist, präsentiert sich auch ihre Tracklist. Die Abwechlung ist groß.

Aber: Ich persönlich habe mehr erwartet. Gerade nach den ersten vielversprechenden Auskopplungen. Das Album ist zwar unterhaltsam, aber viele Songs sind purer Durchschnitt (teils auch textlich) oder hörbar überproduziert. Nun könnte man sagen: Gut, Ora ist noch jung, es ist ihr erster Longplayer. Aber die Britin ist schließlich nicht erst seit gestern im Business und hat viel Zeit und Energie in „Ora“ investiert. Mit ihren ersten Single-Veröffentlichungen ist es ein bisschen wie bei den meisten Film-Trailern: Sie zeigen bereits die besten Parts. Damit fährt Ora – ob gewollt oder nicht – eine Schiene, die auch Rihanna verfolgt: ein bisschen Beat, ein wenig Bass, simple Texte. Doch während ihre Kollegin damit (noch) erfolgreich ist, verschenkt Ora jede Menge Potenzial. Sie kann mehr! Hoffen wir, dass sie es auf ihrem nächsten Album zeigt.

In „Ora“ reinhören könnt ihr hier:

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