Kritik | Noctourniquet von „The Mars Volta“

Küstler:
The Mars Volta
Redaktions-Wertung:
Titel:
Noctourniquet
Release:
23. März 2012
LeserInnen-Wertung:

„Nacht werdend“. Das bedeutet „Nocturne“ übersetzt. Und wenn der Schleier der Nacht fällt, kommt so manche farbliche Facette zum Vorschein. Auch bei The Mars Volta, die ihr neues Album danach betitelt haben und damit sowohl sehr episch als auch in unerwarteter Weise zurückkehren.

„Noctourniquet“ ist bereits der sechste Longplayer der Band. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass The Mars Volta anfangs eigentlich nur als Zweitprojekt geplant war. Denn nachdem sich „At The Drive In“ aufgelöst haben, spaltete sich die Band in zwei Lager. Die eine Hälfte um Jim Ward, Paul Hinojos und Tony Hajjar gründete die Band „Sparta“, wohingegen Gitarrist Omar Rodriguez-Lopez und Sänger Cedric Bixler-Zavala die Band De:Facto ins Leben riefen. The Mars Volta war nur eine zusätzliche Spielerei, die sich zwischen Hardcore, Psychedelic und Prog einpendeln sollte. Daraus ist nun aber doch viel mehr geworden.

Auch beim sechsten Album der Band. Das ist 13 Titel stark und wurde von Omar Rodriguez-Lopez und Cedric Bixler-Zavala geschrieben. Rodriguez-Lopez hat es zudem produziert. Schon der Opener „The Whip Hand“ macht deutlich, dass The Mars Volta sich diesmal auf fremdes und ungewohntes Territorium begeben. Es prasseln Soundteile herab, laute Beats, verzerrte Riffs und elektronische Fetzen, die einen spacigen Touch haben. So hat man die Band in ihrem 20-jährigen Bestehen noch nicht gehört. Das Album ist durchweg von hypnotischen Melodien und grenzüberschreitenden Electro-Ambient-Lavierungen durchsetzt, was vor allem beim epischen „In Absentia“ zum Ausdruck kommt.

„Noctourniquet“ ist somit eine musikalische Reise, die diesmal in vollkommen neue Regionen abdriftet. Irgendwie überirdisch, zugleich aber auch so bodenständig und verspielt, dass man sich nicht von ihr abwenden kann. Wie bei vorangegangenen Mars Volta-Ergüssen begeben sich Bixler-Zavalas Lyrics auch diesmal wieder auf eine erzählerische Reise, die dieses Mal von unterschiedlichen Elementen wie den 80er-Jahre-UK-Alternative-Rockern The Godfathers, Supermans Comic-Nemesis Solomon Grundy oder dem griechischen Hyakinthos-Mythos beeinflusst ist. Eingespielt wurde „Noctourniquet“ vom The Mars Volta-Line-up Omar Rodriguez-Lopez, Cedric Bixler-Zavala, Juan Alderete de la Pena, Marcel Rodriguez-Lopez und Deantoni Parks.

Eine tolle “Noctourniquet Promo” (made by fans) seht ihr übrigens hier!

Verwandte Artikel

  • Keine verwandten Artikel gefunden

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

n/a