Kritik | Music For A Big Night Out von „Scooter“

Küstler:
Scooter
Redaktions-Wertung:
Titel:
Music For A Big Night Out
Release:
02. November 2012
LeserInnen-Wertung:

Scooter, die selbsternannten Techno-Terroristen sind zurück! Und diesmal rappelt es wieder ordentlich in der Kiste. Denn mit „Music For A Big Night Out“ kehren H.P. Baxxter, Rick J. Jordan und Michael Simon- nach einigen Umwegen – wieder auf ihren urspünglichen Pfad zurück und liefern ein Album ab, das ihre Fans durchaus zufriedenstellen dürfte. Nach Dubstep und ähnlichen Experimenten konzentrieren sie sich nun wieder auf das, was sie am besten können: Techno/Dance mit ein wenig House. Ein Volltreffer für alle, die es beat-technisch etwas härter und schneller merken.

Allerdings wird auf „Music For A Big Night Out“ nicht einfach wild drauf los geschrien und elektrisiert. Scooter setzen vielmehr auch auf die begehrte Kombination von weiblichen Vocals und H.P.s Sprechgesang. Das der aktuell ganz hervorragend Werbung für seine Band und auch das Album macht, dürfte allen bekannt sein, die regelmäßig bei „X-Factor“ auf Vox reinschauen. Als einer von vier Juroren hat sich H.P. hier mal eben die Kategorie der Sängerinnen von 16-24 geschnappt (sehr zum Ärger von Sarah Connor) und lässt keine Chance unversucht, um Beat ins Spiel zu bringen. Sein Soundboard (auch bekannt als Baxxter Board) mit legendären Messages wie „Hyper Hyper“, „Move Your Ass“ oder „Respect To The Men In The Icecream Van“ hätte so mancher sicher gern auf seinem Schreibtisch stehen.

Auch auf dem neuen Album mangelt es nach 20 Jahren Band-Dasein nicht an legendären Party-Sprüchen wie „I’m A Raver, Baby“. Scooter bringen aber auch einen gewissen Retro-Faktor mit ein und erinnern mit Titeln wie „What Time Is Love?“ oder „Overdose (Frazy)“ an die guten, alten 90er Jahre. „Army of Hardcore“ und „Talk About Your Life“ sind ebenfalls typische Scooter-Nummern. Neben Ohrwürmern wie „Black Betty“ und der Partyhymne „4 AM“ liefert das Trio mit  „Too Much Silence“ aber auch ein Goa inspiriertes Instrumental und unterstreicht so die Bandbreite auf „Music For A Big Night Out“. Nach dem Reinfall „The Bis Mash Up“ ist das 16. Studioalbum deutlich gelungener. Nicht perfekt, aber einfach etwas runder.

Und man kann über Scooter sagen, was man will: Diese Band war und ist einfach unglaublich erfolgreich. Und das bei weitem nicht nur hierzulande. Mehr als 30 Millionen verkaufte Tonträger, über 80 Gold- und Platin-Schallplatten aus aller Welt, Nummer Eins-Platzierung in den britischen Albumcharts, ausverkaufte Tourneen, zahllose europaweite Bookings und TV Auftritte sprechen eine eindeutige Sprache.  Scooter sind einfach derart omnipräsent, dass man nicht an ihnen vorbeikommt. Ihre Musik war da, als man mit den Tiefschlägen der Pubertät gekämpft hat und sie ist auch gegenwärtig, wenn man das bei seinen eigenen Kindern erlebt.

Auch live sind die drei Herren einfach nicht tot zukriegen. „Wir stehen einfach auf Inszenierung, auf das große Kino. Ich glaube ohne die Pyrotechnik und das ganze Blitzgewitter-Drumherum würde mir echt was fehlen“, so Jordan. Wicked!

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

n/a