Kritik | Mit Haut und Haar von „Jennifer Rostock“

Küstler:
Jennifer Rostock
Redaktions-Wertung:
Titel:
Mit Haut und Haar
Release:
29. Juli 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Keiner nimmt mir mein Mikrofon. Das ist in diesem Jahr ohne Frage DAS Motto von Jennifer Rostock. Nicht nur, weil das die Headline der hitverdächtigen Single „Mein Mikrofon“ aus dem Album „Mit Haut und Haar“ ist, sondern auch weil die Band in ihrem vierten Jahr erfolgreich wie nie zu sein scheint. Erinnert man sich an das erste Album „Ins offene Messer“ und Clubs mit überschaubaren Zuhörern, so erscheint das dritte Album in Hinblick auf Gigs vor dem Brandenburger Tor, als Support von Udo Lindenberg oder auf der Mattscheibe bei MTV Home und TV Total deutlich reifer. Und das, ohne dass die Berliner an Glaubwürdigkeit verloren hätten.

Nach dem Festivalsommer 2010 haben sich Jennifer, Alex, Chris, Joe und Christoph ins Studio zurückgezogen, Songs geschrieben und ihre Kreativphase ausgelebt. Und zwar nicht auf Sparflamme, sondern mit Haut und Haar. Jedes Bandmitglied hat seinen Teil zum Entstehen des neuen Albums beigetragen und dabei so eng mit den anderen zusammengearbeitet, wie noch nie zuvor. Herausgekommen ist elektronischer, eingängiger, ehrlicher und bissiger Punk, dem im Land der unbegrenzten Möglichkeiten klangtechnisch der letzte Schliff verpasst wurde. Und letztlich eine Scheibe, die ordentlich reinknallt.

Das zeigt schon der Opener „Der Kapitän“. Musikalisch und textlich eine ganz klare Ansage. Jennifer Rostock rechnen ab und hauen ordentlich in die Saiten. „Mein Mikrofon“ schließt perfekt daran an und zeigt die Band von einer ungewohnt elektronischen Seite. Dennoch funktioniert die Mischung und drängt schon nahezu zum Tanzen. Das gelingt auch den Songs „Lügen haben schöne Beine“, „Es war nicht alles schlecht“ oder „Mach dich aus dem Staub“. Zwischendrin schlagen die Berliner auch immer mal wieder ruhigere Töne an, zeigen sich bei „Ich kann nicht mehr“ und „Zwischen Laken und Lügen“ nachdenklich und rockig-balladig.

Fans der Band dürften ohne Frage auf ihre Kosten kommen. „Mit Haut und Haar“ ist ein wortstarkes und soundgewaltiges Album, das erneut dick unterstreicht, warum Jennifer Rostock 2008 ihren Durchbruch beim Bundesvision Song Contest hatten! Das Berliner Nachtleben scheint wirklich eine gute Inspiration für das Quintett gewesen zu sein. Am 29. September sind Jennifer und ihre Jungs übrigens zum zweiten Mal beim BSC zu sehen, in der Lanxess-Arena in Köln.

Wer die Zeit bis zur Veröffentlichung von „Mit Haut und Haar“ am 29. Juli überbrücken will, kann die Scheibe schon jetzt vorbestellen. Die erste Single-Auskopplung „Mein Mikrofon“ steht zudem bereits seit dem 15. Juli in den Läden!

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