Kritik | Metals von „Feist“

Küstler:
Feist
Redaktions-Wertung:
Titel:
Metals
Release:
30. September 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Feist ist wieder da! Vier Jahre nach „The Reminder“ meldet sich die 35-jährige Kanadierin mit neuem Material zurück und präsentiert ihr viertes Studioalbum namens „Metals“. Entstanden ist es mithilfe von Valgeir Sigurdsson und ihren langjährigen Weggefährten Chilly Gonzales und Mocky, die Leslie auch schon im letzten Jahrzehnt begleitet haben. Als auf experimentelle Selbstfindungsprojekte eine absolute Erfolgswelle kam, gespickt mit Grammy-Nominierungen und sieben JUNO-Awards. Als Feist plötzlich ein Name war, der Türen und Tore in der Musikwelt öffnete.

Leslie nahm Coversongs mit Beck auf, ging mit Wilco ins Studio, sah Stephen Colbert dabei zu, wie er vor laufender Kamera in einem speziellen „1234“-Paillettenanzug abging. Und sie drehte einen Dokumentarfilm über das Team, mit dem sie für sämtliche visuellen Aspekte von „The Reminder“ zusammengearbeitet hatte. Und dann tat sie das, womit viele wohl nicht gerechnet hatten: Sie legte eine Pause ein.

Erst im vergangenen Herbst hat sie sich wieder an die Musik gewagt. Hat sich drei Monate lang in eine kleine Garage hinter ihrem Haus zurückgezogen und Songs geschrieben. Erst Anfang 2011 sind dann Gonzales und Mocky dazugestoßen, um die zwölf Tracks des neuen Albums zu vollenden. Die Garage reichte nicht mehr, das Trio zog weiter an die kalifornische Küste nach Big Sur. „Diese klare Trennlinie zwischen Festland und Meer am Big Sur, und dieses Gefühl, nicht wie beim Atlantik gleich wieder Europa auf der anderen Seite zu haben, sondern eher so à la ‘da lang geht’s in eine Gegend, in der ich noch nie war’, das war schon extrem inspirierend“, so Feist. Innerhalb von nur zwei Wochen waren alle Titel von „Metals“ eingespielt.

Darauf betritt Leslie wieder neue Wege, sieht sich eher als Erzählerin. Sie hat bewusst andere Worte gewählt, formuliert vielmehr Beobachtungen und Feststellungen und entfernt sich damit auch vom gefeierten Werk „The Reminder“. „Metals“ ist sanft geworden, aber auch kraftvoll und überrollend. Es ist diese plötzliche Intensität, die Feist auszeichnet. „Das alles ist dieses Mal viel chaotischer, viel bewegter und mit mehr Krach verbunden“, so die Musikerin. Sie besingt universelle Themen, schlägt eine Brücke zwischen der Vergangenheit und der Zukunft. „Metals“ ist deshalb vielleicht anders geworden, als man erwartet hätte. Es steckt aber voller Facetten und natürlicher Schönheit. Das zeigen besonders Songs wie der Opener „The Bad In Each Other, „How Come You Never Go There“ oder „Comfort Me“.

 

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