Kritik | MDNA (Deluxe Edition) von „Madonna“

Küstler:
Madonna
Redaktions-Wertung:
Titel:
MDNA (Deluxe Edition)
Release:
23. März 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Was wurde für ein Wirbel um dieses Album gemacht! Es galt strengste Geheimhaltung, kein einziges Detail durfte den „Inner Circle“ verlassen. Nicht einmal das Cover oder die Tracklist.

Seit heute hat dieser unnötige Zirkus aber ein Ende, denn nun kann jeder Madonnas neuestes Werk „MDNA“ offiziell erwerben und hören. Einen ersten Vorgeschmack auf das neue Album hat die Queen of Pop bereits mit der Single „Give Me All Your Luvin“ (VÖ: 05.02.) geliefert, die sie gemeinsam mit den Shootingstars Nicki Minaj und M.I.A. (beim Superbowl Frollein Mittelfinger) aufgenommen hat.

Damit war klar: das 12. Album von Madonna wird elektronisch und sehr tanzbar. Es schließt somit an „Hard Candy“ (2008) an, bei dem Songs wie „4 Minutes“ oder „Give it 2 me“ diese Richtung bereits untermauert haben. Man ist nicht überrascht, dass der Beat beim Opener „Girl Gone Wild“ bereits peitschend daher kommt und auch die folgenden Titel nicht anders klingen. Madonna verzerrt, halb stöhnend, und wenig tiefgründig mit Textzeilen wie „I’m addicted to your love“ oder „Uh-lala you’re my superstar“. Erinnert irgendwie an die letzten Alben von Rihanna und Britney Spears.

Erst beim 4. Titel „Turn Up The Radio“ lässt es Madonna dann mal etwas ruhiger und poppiger angehen, kommt zum Durchschnaufen. Die Nummer ist simpel und geht direkt ins Ohr, wie auch der bereits erwähnte Song „Give Me All Your Luvin“, der direkt im Anschluss folgt und im Radio bereits fleißig in Dauerrotation läuft. Danach wird es mit „Some Girls“ und „Superstar“ wieder sehr elektronisch. Hier findet man nicht wirklich unmittelbar Zugang und muss sich ein wenig reinhören. Dies setzt sich auch bei der übrigen Tracklist fort. Der Großteil der Songs verschwimmt zu einer homogenen Masse ohne wirklichen Tiefgang und langweilt schnell. Herausstechen nur wenige Tracks wie „I’m A Sinner“ oder „Masterpiece“. Und das bei insgesamt 17 Titeln – sehr dürftig.

Hat Madonna vergessen, dass sie 53 ist? Das soll kein Vorwurf sein. Die Dame ist trainiert, fit und voller Tatendrang, das wissen wir. Aber dass sie über Themen singt, die aktuell hauptsächlich ihrer Tochter durch den Kopf gehen dürften, das irritiert schon ein wenig. Mit weltweit über 350 Millionen verkauften Tonträgern zählt sie ohne Frage zu den erfolgreichsten Solokünstlerinnen aller Zeiten und bricht auch im dritten Jahrzehnts ihres musikalischen Schaffens weiterhin Rekorde. Aber: Wie viel Madonna steckt da noch drin? Ihre Songs sind so vollgepackt wie ihre trainierten Oberarme und so knitterfrei wie ihr gephotoshoptes Gesicht.

Ganz offensichtlich versucht sie mit allen Mitteln dem Zahn der Zeit zu trotzen. Aber der nagt nun mal an jedem, auch an einer Madonna. Irgendwann. Bis dahin läuft sie ihren besten Jahren hinterher und ist sich für nichts zu schade. Nicht damit wir uns falsch verstehen – was Madonna in ihrer Karriere geschafft hat, das macht ihr so schnell keiner nach. Sie hat es immer wieder geschafft, sich neu zu erfinden. Bei „MDNA“ gelingt ihr das allerdings nicht. Das Album ist ähnlich schwach wie „Hard Candy“ und bleibt weit hinter den Erwartungen zurück. „Miles Away“ sozusagen.

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1 Kommentar

  1. Ich bin begeistert vom neuen Album, kann die Kritik überhaupt nicht nachvollziehen. Madonna ist mit dem Album konsequent weitergegangen. Nach vorn. Frische Musik , von I m addicted über Turn on the Radio bis hin zu I m a sinner. Aber auch nachdenklich in Masterpiece oder Falling free. Jeder Song ist schön.
    Einziges Kritikpunkt: Ein „Deluxe- Album“ herauszugeben. Das Original ist klasse. Die Bonussongs hätten sicher auch auf einige Singles gepasst.

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