Kritik | Lotus von „Christina Aguilera“

Küstler:
Christina Aguilera
Redaktions-Wertung:
Titel:
Lotus
Release:
09. November 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

„Bionic“ war vor zwei Jahren eine wirklich ernüchternde Rückmeldung von Christina Aguilera. Sie präsentierte sich künstlich, futuristisch und zweideutig anzüglich, textlich so flach wie nie und insgesamt irgendwie ohne einen großen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Das hat viele enttäuscht – mich eingeschlossen. Zum Glück hat sich die 31-Jährige diesmal keine vier Jahre Zeit für einen Nachfolger gelassen, sondern schiebt schon jetzt ein neues Album nach: „Lotus“. Das dieses besser werden würde, hat bereits die Lead-Single „Your Body“ (VÖ: 05.10.) – obwohl dance-lastig – erahnen lassen.

Und der erste Eindruck soll sich bestätigen. Denn man kann es getrost so sagen: Christina Aguilera ist zurück! Stimmlich grandios, anspruchsvoller, streckenweise ruhiger und mit weniger verzerrten Beats. Auf ihrem fünften Studioalbum zeigt sich die 31-Jährige purer und natürlich denn je. Sowohl optisch als auch musikalisch. Es scheint, als hätte sie erst einen kleinen „Spacetrip“ machen müssen, um wieder zu ihren Wurzeln zurückzukehren und sich neu zu erfinden.

Dabei war Christina in den letzten zwei Jahren keineswegs untätig: An der Seite von Cher konnte sie mit dem Film „Burlesque“ und dem gleichnamigen Soundtrack (Platz zwölf in Deutschland) große Erfolge abseits der Single-Popcharts feiern. Bei „Moves Like Jagger“  von Maroon 5 war sie als Gastsängerin dabei und in der Castingshow „The Voice“ hat sie seit 2011 einen Jurystuhl inne. Aber auch traurige Erlebnisse haben sie in den letzten 24 Monaten geprägt. Besonders ihre Scheidung von Jordan Bratman.

All das waren Erfahrungen, die in die Arbeit zu „Lotus“ eingeflossen sind. In kraftvolle Balladen wie „Blank Page“(einer der stärksten Tracks des Albums) oder „Best Of Me“, bei denen Christina endlich mal wieder deutlich macht, warum sie seit so vielen Jahren im Business erfolgreich ist. Sie wendet sich dennoch nicht gänzlich dem Pop zu. Mit „Let There Be Love“, „Army Of Me“ (stimmlich besonders stark) oder „Your Body“ (entstanden in Zusammenarbeit mit dem Pop-Dreamteam Max Martin, Shellback und Savan Kotecha) bleibt sie den Dance-Elementen treu. Allerdings deutlich gelungener als bei „Bionic“. Alles wirkt weniger überzogen, viele Titel bleiben direkt im Ohr. Die wenigen Songs, die beim ersten Hören etwas abfallen sind „Make The World Move“ und „Red Hot Kinda Love“. Dies kann man allerdings verschmerzen. Denn bei „Lotus“ war von Beginn an das Credo „Qualität statt Quantität“ tonangebend. Und das hört man.

„Das Album handelt von Freiheit und den Möglichkeiten, sich selbst auszudrücken. Ich habe in den letzten Jahren persönlich einiges durchgemacht und dieses Album zeigt nun meine Wiedergeburt“, sagt Christina. Während sie gerade „Bionic“ als ein sehr experimentelles und künstlerisches Album beschreibt, hat sie bei „Lotus“ darauf geachtet, stimmlich mehr von sich zu zeigen. Besonders durch das Feedback der Teilnehmer von „The Voice“ hat sie sich dazu inspiriert gefühlt. Ihre Fans kann es nur freuen.

Fazit: Für mich kommt „Lotus“ zwar nicht an „Stripped“ heran, aber es ist eine deutliche Steigerung zu Christinas letztem Album. Es unterstreicht endlich wieder ihr Können als Sängerin, die Songs sind stimmlich brillant und melodisch echte Earcatcher. Vor allem das Pop-Country-Duett „Just A Fool“ mit Blake Shelton ist zum Schluss eine echte Überraschung und zeigt, dass Christina das geschafft hat, was sie wollte: „The Voice“ zurückbringen!

„And now the lotus rises!“

Anspieltipps:

„Your Body“
„Blank Page“
„Army Of Me“
„Just A Fool“

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1 Kommentar

  1. also ich kann nicht verstehen, dass man bionic nicht mochte, für mich sind lift me up, iam, all i need einfach wunderbare lieder, das album ist keineswegs schlecht, man muss es nur öfters hören und einen bezug dazu haben…. allein für ein gutes lied lohnt es sich so eine tolle künstlerin zu lieben.

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