Kritik | Lindsey Stirling von „Lindsey Stirling“

Küstler:
Lindsay Stirling
Redaktions-Wertung:
Titel:
Lindsay Stirling
Release:
08. Februar 2013
LeserInnen-Wertung:

Eine Parkbank, eine Violine, ein brav aussehendes, leicht verstörtes Mädchen – nein, das Cover von Lindsey Stirlings erstem Album lässt keinesfalls erahnen, was dahinter steckt. Der Satz „Never judge a book by its cover“ wurde wohl für diese Scheibe erfunden, denn die 26-Jährige dürfte so ziemlich jeden überraschen, der sie noch nicht kennt. Das werden bald übrigens nicht mehr allzu viele sein, denn das „Lindsey-Phänomen“ bahnt sich seinen Weg.

Und zwar nicht mit rein klassischen Anleihen, wie die Violine vielleicht vermuten lässt, sondern mit einem atemberaubenden, vollkommen neuem Mix aus gediegenen Kompositionen und modernem E-Sound. Violine zu DubStep, Dance- oder Clubmusik. Geht nicht? Schon der Opener „Electric Daisy Violon“ belehrt hier eines Besseren. Und sprengt die Grenzen des Vorstellbaren.

Von der ersten Sekunde an ist man gefangen, wird in eine Art Strudel hinein gerissen und kann verstehen, warum die Videos von Lindsey Stirling bei YouTube Views im zweistelligen Millionenbereich haben. Das Album dürfte es eigentlich nur auf Rezept geben, so süchtig macht es. Zu den intensivsten Nummern zählen dabei „Crystallize“, „Minimal Beat“, „Elements“ und „Shadows“.

Dass Lindsey die klassische Musik liebt, ist unüberhörbar. Schon als Kind hat sie den Platten ihres Vaters gelauscht, mit fünf ihre erste Violine bekommen. Doch auch moderner Tanz hat sie schon immer interessiert, weshalb sie schließlich eine Ausbildung in die künstlerischen Richtung angefangen hat. Und schnell fand sie heraus, dass Grenzen da sind, um überschritten zu werden. Sie experimentierte viel, gewann etliche Preis und wandte sich schließlich auch YouTube zu. Hier verknüpfte sie progressive Tanz- und Performance-Videos miteinander und hatte schnell immer mehr Abonnenten. Inzwischen wurden ihre Clips (man kann sie fast schon Kunstwerke nennen) bereits über 208 Millionen Mal angeklickt.

Doch auch abseits des Internets zieht Lindsey Stirling ihre Kreise. In den USA ist ihr gleichnamiges Debüt schon im letzten September erschienen und konnte Platz 1 der US-Dance- und Platz 2 der US-Klassik-Charts erreichen. Wie mühelos der jungen Künstlerin dieser Spagat gelingt, mag man gar nicht glauben.

Heute wird „Lindsey Stirling“ bei uns veröffentlicht und dieses fantastische Album sollte sich niemand entgehen lassen, der klassische/elektronische Musik (oder beides) liebt. Ebenso wenig die Live-Auftritte der Amerikanerin aus Orange County. Bereits im Januar war sie kurz in Deutschland, für Mai sind weitere Termine geplant.

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