Kritik | Light Asylum von „Light Asylum“

Küstler:
Light Asylum
Redaktions-Wertung:
Titel:
Light Asylum
Release:
04. Mai 2012
LeserInnen-Wertung:

Ein düsteres Cover, keine offensichtliche Tracklist, mystische Musik, eine interessante Stimme – Das selbstbetitelte Debütalbum von Light Asylum macht es spannend und damit alles richtig. Das New Yorker Synth-Goth-Duo, bestehend aus Shannon Funchess und Bruno Coviello (seit 2007), begeisterte schon im letzten Jahr  mit der EP „In Tension“, die mit dunklen Synth-Pop-Hymnen wie „Dark Allies“ aufwartete. Nun brilliert auch der erste Longplayer im Stil der alten Meister und ist seit heute im Handel zu haben.

Auf ihm sind zehn neue Tracks zu finden, die hörbar vor Emotion und Energie vibrieren. Und die bis oben hin mit 80er-Synthie-Pop vollgepackt sind, den man dem ungewöhnlichen Duo gar nicht zutrauen würde. Das liegt nicht zuletzt an der außergewöhnlichen und markanten Stimme von Shannon Funchess, die den Titeln einen fast schon ehrfürchtigen Status verleiht. Bester Beweis dafür ist bereits der äußerst eingängige Opener „Hour Fortress“, gefolgt von „Pope Will Roll“. Treibend, beatlastig. Ein bisschen Gothic, ein wenig Industrial.

Obwohl Shannon und Bruno aus dem Big Apple kommen, hat es sie im letzten Jahr für ein paar Monate nach Berlin gezogen, um auch die europäische und englische Synthiegemeinde erreichen zu können. Zudem war Berlin preislich deutlich günstiger als Brooklyn und hat mit seiner lebendigen Energie offensichtlich die Kreativität des Duos in Wallung gebracht. Verständlich also, dass die beiden auch in diesem Spätsommer wieder in die deutsche Hauptstadt zurückkehren wollen. Ihrer Meinung nach ist die New Yorker Club-Szene derzeit ohnehin etwas tot und könnte eine Reanimation gut vertragen. Dazu wollen sie mit „Light Asylum“ beitragen und das dürfte ihnen auch gelingen.

Hierauf ist übrigens auch der Einfluss von musikalischen Vorbildern wie Grace Jones, Depeche Mode, Bauhaus und auch Daft Punk deutlich zu hören. Light Asylum lieben eine Menge Acts aus den 80er Jahren und auch darüber hinaus. Zusammen haben die beiden Musiker ein kraftvolles Album mit einem genreübergreifenden Mix aus Goth-Electro-Industrial geschaffen, dessen gefühlvoller Pop-Einschlag nicht zu überhören ist.

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