Kritik | Liebe ist meine Religion von „Frida Gold“

Küstler:
Frida Gold
Redaktions-Wertung:
Titel:
Liebe ist meine Religion
Release:
28. Juni 2013
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Mit „Wovon sollen wir träumen“ haben sich Frida Gold 2011 in die Herzen der gesamten Nation gesungen. Überhaupt sind Ohrwürmer ihr Ding, wie es scheint. Anders lässt sich nicht erklären, warum sie zum (naja, wir nennen ihn mal so) Sommer 2013 mal wieder einen Kracher mit hohem Wiedererkennungswert parat haben: „Love Is My Rebellion mit Instrumental-Hooks von „Freed from Desire“ (Gala).

Alina erzählt: „Wir sind bekannt für Instrumental-Hooks. Als ich mir darüber für ‚Liebe ist meine Rebellion‘ Gedanken machte, kam mir die Gala-Melodie in den Sinn. ‚Freed from Desire‘ kenne ich seit den 90ern. Eurodance war Teil meiner Jugend. Ich habe über das Sample gesungen. Wir hatten Spaß! Der Song hat so eine große Ernsthaftigkeit, wir wollten Elemente addieren, die kicken.“

Das Echo der Fans auf „Love Is My Rebellion“ war allerdings eher gemischt. Die einen haben die Nummer sofort ins Herz geschlossen (das Video wurde immerhin schon mehr als 1,2 Millionen Mal angeklickt), die anderen fanden das Cover unangebracht und einfallslos. Dennoch war es ein Album-Vorbote, der neugierig gemacht hat. Besonders Fans der ersten Stunde, wie mich, die Frida Gold auch schon live erleben konnten.

„Juwel“ war schließlich ein tolles Debüt, auf dem sich schnell viele Lieblingssongs wie „Unsere Liebe ist aus Gold“, „Zeig mir wie du tanzt“ oder „Aufgewacht“ (nach wie vor grandios) gefunden haben. Das fällt bei „Liebe ist meine Religion“, dem Nachfolger, deutlich schwerer. Klar, hier ist „Liebe ist meine Rebellion“, dessen Tanzmacht man sich kaum entziehen kann. Aber ansonsten stößt man doch eher selten auf ein Stück, das direkt ins Schwarze trifft. „6 Billionen“ und „Im Rausch der Gezeiten“ noch am ehesten. Alles andere zieht leider mehr oder weniger an einem vorbei. Geradewegs in Richtung Belanglosigkeit.

Das ist sehr schade und auch etwas enttäuschend. Zumal die Thematik des Albums eine sehr schöne ist: Liebe! Sie ist der rote Faden, der alle zwölf Titel zusammenhält und sich auch in den Lyrics wiederfindet. Doch auch die kommen nicht an „Juwel“ heran. Das „Denglisch“ der Band ist ohnehin schon etwas gewöhnungsbedürftig, auf „Liebe ist meine Religion“ fällt es aber irgendwie besonders unschön auf.

Eigentlich möchte man nichts Schlechtes über Frida Gold sagen. Die Band macht tolle Musik, Alina hat eine wunderbare Stimme, man kann „Liebe ist meine Religion“ auch keineswegs als Schnellschuss bezeichnen. Und dennoch hat man mehr erwartet. Viel mehr. Auch nach mehrfachem Hören der Scheibe will der Funke einfach nicht so richtig überspringen, der Großteil der Masse ist einfach Einheitsbrei. Es ist eben leider nicht alles Gold, was glänzt.

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