Kritik | Killer Sounds von „Hard-Fi“

Küstler:
Hard-Fi
Redaktions-Wertung:
Titel:
Killer Sounds
Release:
19. August 2011
LeserInnen-Wertung:

2005 sangen sie von Frust, Freitag-Abend-Trotz, jungen Staftätern und Wochenend-Eskapismus, nahmen Songs in einem Taxi auf, das sie zum Studio umgebaut hatten und trafen damit genau den Nerv der Generation. 2006 waren sie der meistgespielte Act bei Radio One und brachen in Brixton und im Astoria sämtliche Bierverkaufs-Rekorde. 2007 hielt der „Fi-Flächenbrand“ an, 2008 musste ihr Manager aufgrund eines spontanen Akustik-Gigs in einem Pub in den Knast und es wurde an weiteren neuen Tracks gearbeitet. 2009 und 2010 waren sie alles andere als untätig, weshalb jetzt, 2011, ihr mittlerweile drittem Album in den Läden steht. Die Rede ist von Hard-Fi! Der Band, die in diesem Jahr absolute „Killer Sounds“ verspricht.

An denen haben sie fleißig gearbeitet. Teilweise schon seit 2008, wie bei „Love Song“ und „Fire In The House“, einem der eingängigsten Titel auf der Scheibe. Ganz ohne Druck, sodass Dance und Rock’n’Roll in einer völlig neuen Form zueinandergefunden haben. Das zeigt auch „Stay Alive“, an dem Greg und Richard im März 2009 zwei Tage geschrieben haben. Dennoch: Der Zeitplan hatte ursprüngliche eine ganz andere Veröffentlichung für das Album vorgesehen. Man musste sich aber bald eingestehen, dass dieser nicht zu halten war. Rich nutze die „Zwangspause“ für einen Trip nach El Salvador, wo seine Freundin lebt. Dort gewann er Eindrücke, die auf jeden Fall auch ihren Platz auf „Killer Sounds“ gefunden haben. Es waren die krassen Gegensätze, die ihn faszinierten, gleichzeitig aber auch schockierten. Deshalb bereiste er den Staat in Zentralamerika erneut und brachte diesmal zwei Koffer voll mit Kleidung mit, die er einem Waisenhaus spendete.

Und auch auf „Killer Sounds“ haben die Engländer viel zu geben: harte Rock-Riffs, Industrial-Beats, Funk und Dance. Inspiriert von den Killers, Prince, den Nine Inch Nails oder auch Bowie und Madonna. Entstanden ist ein Album, das kaum vielschichtiger sein könnte, aber auch zeigt, dass die Vorstadtchaoten aus Staines irgendwie alles wollen. Zu viel, könnte man kritisieren. Rich beschreibt das dritte Album dennoch mit den Worten: “ Es ist weltlicher, es stammt von einem zufriedenerem, glücklicheren Ort, es ist gefestigter als alles, was wir bislang gemacht haben.“ Und wenn das ein Perfektionist sagt, dann will das schon etwas heißen. Das Problem an der Perfektion ist nur, wie wir unlängst in „Tron: Legacy“ gelernt haben, dass sie nicht für jeden dasselbe bedeutet.

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