Kritik | III von „Crystal Castles“

Küstler:
Crystal Castles
Redaktions-Wertung:
Titel:
III
Release:
12. November 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Knapp 40 Minuten. So lange entführt das kanadische Duo Crystal Castles auf seinem neuesten Streich in die Welt der Elektronik. „III“ lebt – wie auch die beiden Vorgängeralben – von einem einmaligen Individualismus und vermischt hypnotische Vocals (Alice Glass) mit treibenden Beats und eingängigen Melodien. „Wir wollten erreichen, dass sich das neue Album vollkommen anders anfühlt, wie eine ganz neue Erfahrung“, so Gründer und Instrumentalist Ethan Kath. Und tatsächlich. Was man zu hören bekommt, ist eine verschrobene Mischung aus Gegensätzlichkeit und Widersprüchen. Und die ist schlichtweg faszinierend.

Bereits der Opener „Plague“,  der auf Soundcloud als Pre-Single bereits zur Verfügung gestellt und über 650.000 mal gespielt wurde, macht klar, was man von der Tracklist zu erwarten hat. Abwechslung und beste Unterhaltung präsentieren sich hier auf Kanadisch. Und sie benötigen absolut keinen Dolmetscher. „III“ verzichtet im Gegensaz zu „I“ und „II“ allerdings auf Synthesizer und Keyboards. Die hat Ethan kurzerhand ausrangiert, um „computerfrei“ arbeiten zu können. Alles wurde filterfrei aufgenommen und klingt trotzdem vollkommen schlüssig. Das liegt natürlich nicht zuletzt auch an Alice und ihrer Stimme. Sie hat es 2008 schließlich nicht umsonst an die Spitze der „Cool List“ der britischen Musikzeitschrift NME geschafft. Und wer das Duo kennt, weiß, dass es besonders Live seine Magie versprüht. In Form von Chaos und musikalischer Aggression.

Auf dem Album hält sich dieser Spirit dezent zurück. Alle zwölf Titel scheinen unter einem Schleier zu liegen, man hört sie mit einer gewissen Distanz. So, als würde man sich in einem düsteren Keller befinden und Alice wäre von allen Seiten bedrohlich, aber entfernt zugegen. Mit jedem Stück klingen die Songs noch einen Tick krasser, wilder, lassen sich noch etwas tiefer fallen, während man als Zuhörer unmerklich immer weiter in die verschrobene Welt von Crystal Castles eintaucht. Kein Wunder, dass man nach Ablauf der Tracklist schnell wieder auf ‚Play‘ drückt.

Crystal Castles – Live in Deutschland:

05.12. Köln – Essigfabrik
08.12. Berlin – Postbahnhof
09.12. Hamburg – Übel & Gefährlich

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