Kritik | Icke wieder von „Paul Kalkbrenner“

Küstler:
Paul Kalkbrenner
Redaktions-Wertung:
Titel:
Icke wieder
Release:
3. Juni 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Icke wieder. So und nicht anders kommt Paul „Paule“ Kalkbrenner mit seinem neuen und bereits achten Album um die Ecke. Dabei besinnt sich der Techno-Produzent aus Leipzig wieder auf seine Wurzeln und versucht es etwas puristischer als in der Vergangenheit. Denn seit „Berlin Calling“ und dem Soundtrack zu „Sky and Sand“ ist ein regelrechter Hype um den DJ entstanden, der in eine Echo-Nominierung als „Newcomer des Jahres 2011“ gegipfelt ist. Eigentlich schon eine Frechheit, denn Paul macht schließlich nicht erst seit gestern Musik.

Ganz im Gegenteil. Bereits seit 1992 legt der Wahl-Berliner regelmäßig auf und bastelt fleißig an Beats. Nach und nach hat er sich in der Techno-Szene einen Namen gemacht, der schlussendlich mit dem Album „Self“ einen ersten Höhepunkt erreicht und „Paule“ deutschlandweit bekannt gemacht hat. Wirklich gekracht hat aber erst 2008, als er in „Berlin Calling“ in der Rolle des DJ Ickarus zu sehen war, und auch den Soundtrack zum Film produziert hat. „Sky and Sand“, an dem er gemeinsam mit seinem Bruder Fritz gearbeitet hat, schaffte es bis auf Platz 37 in den deutschen Charts und hielt sich hartnäckig. Und das, obwohl es eine Vocal-Nummer war.

2011 möchte Paul von dieser „Chart-Verheize“ wieder ein wenig Anstand nehmen und wählt deshalb nichtssagend, wirre Titel wie „Kleines Bubu“, „Sagte der Bär“ oder „Jestrüpp“, die allesamt Insider sind und wohl nur von einer Handvoll Leute verstanden werden. Letztlich ist es aber ganz egal, welche Namen seine Tracks tragen, denn die Musik ist 1A! Wer allerdings den Paul Kalkbrenner von „Sky and Sand“ erwartet, dürfte enttäuscht sein.

Alle anderen erwartet eine Platte, die mit Vielfalt glänzt, mit akustischen Experimenten und einem Beat, der schlicht und einfach zum Bewegen zwingt. Titel wie „Gutes Netzwerk“, „Schnakeln“ oder „Kruppzeug“ dürften eine Wohltat für all diejenigen sein, die Paul Kalkbrenner wegen seines früheren Stils vergöttert haben. Der Leipziger beweist, dass eine Rückkehr zu den eigenen Wurzeln nicht immer etwas Schlechtes sein muss. „Auf diesem Album wird es keinen Gesang geben, auch die Musik von übermorgen gibt’s diesmal nicht von mir, sondern es fühlt sich insgesamt eher so an wie… ja, früher“, so Paul selbst.

Mehr muss man dann wohl auch nicht hinzufügen. Außer: seit dem 3. Juni steht „Icke wieder“ in den Läden!

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