Kritik | Hurry Up, We’re Dreaming von „M83“

Küstler:
M83
Redaktions-Wertung:
Titel:
Hurry Up, We're Dreaming
Release:
14. Oktober 2011
LeserInnen-Wertung:

5 Alben haben M83 bereits veröffentlicht. Nach dem Zweiten hat das ehemalige Gründungsmitglied Nicolas Fromageau die Band verlassen und Anthony Gonzalez hat allein weitergemacht. Und das durchaus erfolgfreich. Da das letzte Album „Saturdays = Youth“, das Songs wie „Kim & Jessie“ oder „We Own The Sky“ hervorgebracht hat, aber schon wieder zwei Jahre alt ist, legt Anthony jetzt mit „Hurry Up, We’re Dreaming“ nach. Einem Doppel-Album, das M83-typischer nicht sein könnte.

Es steckt nicht nur voll melodiöser Traumwelten, sondern einem wahren Potpourri an Klängen und Tönen. Synthesizer, Schlagzeug, Gitarre, hier und da mal ein Kinderchor, ab und zu nur Instrumentales; Rock, Pop, Electro, Dance, ein Hauch 80s – das sind die wohl wichtigsten Zutaten für dieses außergewöhnliche Album. Wobei man von Anthony Gonzalez auch nichts Gewöhnliches erwartet hätte.

Zeigt sich CD 1 bzw. CD A recht eingängig und mit vielen Vocalparts, so wird es auf CD B eher etwas ruhiger, dafür aber musikalisch verspielter.  Die insgesamt 22 Titel sind bunt gemischt, chaotisch, dann wieder nahezu meditativ und atemlos. Wie es auch Träume sind. Anthony Gonzales tobt sich richtig aus, durchlebt verschiedene Stadien, lässt ein kleines Mädchen von Fröschen erzählen, Vögel zwitschern oder eben Synthesizer sprechen. Das Album ist von oben bis unten erfüllt mit Kreativität, zugleich aber keines, das eine fest definierte Zielgruppe haben dürfte. Dafür ist es wohl zu experimentell.

Dennoch: Auch wenn sich dem Hörer die Traumsequenzen von Anthony nicht gleich erschließen, je öfter man das Album hört, umso mehr findet man einen Zugang zu diesen wilden und abenteuerlichen Sounds. Dabei hat CD 1 der zweiten CD einiges voraus. Sie wirkt weniger überladen und angestrengt. Die elf Titel sind mit genau dem richtigen Maß gewählt. CD 2 hat so ihre Schwierigkeiten und will wohl etwas zu viel. Ab Mitte der Tracklist stellt sich eine gewisse Übersättigung ein. Ein „normales“ Album wäre für M83 also vollkommen ausreichend gewesen. Zumal besonders Titel wie „Midnight City“ (großartig!), „Reunion“ oder „Raconte-Moi Une Histoire“ eben die Musik ausmachen, die man von dem kreativen Franzosen gewohnt ist.

Im Radio spielen sie „Midnight City“ bereits rauf und runter und wer es noch nicht probiert hat – die Nummer eignet sich perfekt für unbeschwerte Autofahrten. Zum Einschlafen ist sie keinesfalls.

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