Kritik | Halcyon von „Ellie Goulding“

Küstler:
Ellie Goulding
Redaktions-Wertung:
Titel:
Halcyon
Release:
05. Oktober 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Ellie Goulding bringt man fast augenblicklich mit einer sehr markanten Stimme und Ohrwürmern wie „Under The Sheets“ oder „Starry Eyed“ in Verbindung. Ein etwas schüchternes Mädchen, das sich immer leicht hinter seiner Gitarre versteckt hat. Das Cover ihres zweiten Album „Halcyon“ macht aber mehr als deutlich, dass sich in dieser Hinsicht einiges getan hat. Ellie ist zu einer Ausnahmekünstlerin gereift und dementsprechend hat sich auch ihr Sound verändert.

Das liegt nicht zuletzt daran, dass sie seit geraumer Zeit mit Dubstep-Überflieger Skrillex anbandelt. Denn „Halcyon“ schlägt unüberhörbar eine elektronische Richtung ein. Ist man davon bei anderen Künstlern eher genervt, muss man feststellen, dass Ellie dieser neue, etwas andere Stil sehr gut steht. Ihre zierliche Stimme harmoniert wunderbar mit Synthesizern und dancigen Beats. Und das, obwohl ihr auch die poppige Linie gestanden hat, die sie noch bei ihrem Erstling gefahren ist. Diese wurde aber natürlich nicht vollends gekappt, sondern einfach nur erweitert.

Bereits beim Opener „Don’t Say A Word“ spitzt man deshalb die Ohren. Sogar Ellies Stimme klingt hier verändert. Auch bei „My Blood“ setzt sich dies fort. Der dritte Track – und die zugleich erste Auskopplung – „Anything Could Happen“ – knüpft dann etwas deutlicher an „Lights“ an, Ellie probiert sich teils aber in deutlich höheren Nuancen. Allgemein experimentiert sie auf „Halcyon“ mehr mit Vocalparts. Deutlich wird das auch bei „Hanging On“ feat. Tinie Tempah, der ersten Pre-Single des Albums, die bereits im Vorfeld als kostenfreier Download bereitgestellt wurde und bei YT/Soundcloud weit über eine Million Plays hat.

Alle Songs des Albums hat Ellie übrigens selbst geschrieben, was nicht verwundert. Denn von der Britin weiß man ja bereits, dass sie als Songwriterin ebenso talentiert ist wie als Sängerin. Soundtechnisch geht das Album dennoch neue Wege. Digitalere, dunklere. Es präsentiert sich stellenweise aber auch sehr minimalistisch und reduziert, wartet wie bei „Joy“ nur mit Piano und einigen Streichern auf. Oder wie bei „Explosions“ mit einem Background-Chor und Violine.

Ellies Veränderung fällt aber nicht nur akustisch auf. Wirft man einen Blick ins Booklet wird deutlich, dass die 25-Jährige für Experimente durchaus offen ist und das Image des stillen „Mädchens von der Insel“ abgelegt hat. Lack und Leder sowie Undercut sind da nur eine Hülle. Fast so, als hätte Ellie Folk und Indie abgestreift, um sich in ein neues Soundgewand zu hüllen. Es ist gewöhnungsbedürftig, aber es passt. Geblieben sind auf den ersten Blick eigentlich nur die fliegenden Haare auf dem Cover und das verträumte Gesicht. Spannend!

Zum Reinhören gibt es hier den Albumplayer:

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