Kritik | Guten Tag von „Paul Kalkbrenner“

Küstler:
Paul Kalkbrenner
Redaktions-Wertung:
Titel:
Guten Tag
Release:
30. November 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Wenn man Titel wie „Speiseberndchen“, „Bieres Meuse“ oder „Schnurbi“ liest – wer kann dann wohl dahinterstecken? Ganz klar: Paul Kalkbrenner! Mit seinem nun schon sechsten Album schließt der Leipziger erfolgreich an seine Vorgänger an. Bereits beim ersten Hören fließen die meisten Sounds direkt ins Blut und man registriert erst spät, dass Großteile des Körpers schon längst im Beat schwingen und zappeln.

Der Marke Paul Kalkbrenner bedarf es nicht vieler Worte und selbst für Laien der Musikrichtung ist er der Inbegriff des Techno. Natürlich vor allem auch durch seinen populäre Film zum gleichnamigen Album „Berlin Calling“. Übrigens hält sich sein „Sky and Sand“-Track seit über 107 Wochen in den deutschen Single-Charts.

Die Eröffnung des Album, „Schnurbi“, klingt etwas gewöhnungsbedürftig. Der zweite Track „Der Stabsvörnern“ passt da schon eher. Obwohl auch dieser mich noch nicht in den gewohnten Kalkbrenner-Bann zieht. Dies ändert sich mit „Spitz-Auge“, endlich kommt das Zappeln und Wippen. Und weitere 5 Minuten später werden eure Gehörgänge mit „Das Gezabel“ regelrecht explodieren. Dieser Track sucht Seinesgleichen.

Leider wird das Album immer wieder durch mysteriöse Überleitungen (u.a. „Kernspalte“) unterbrochen. Diese klingen teilweise wie unfertige, skizzenhafte Tracks und die Kalkbrenner-verwöhnten Ohren wollen so gar nicht glauben, was sie da gerade hören. Einen etwas eigenwilligen Sound stellt der Titel „Globale Gehung“. Für alle Kinder der 80er Jahre wird sich sofort ein, ‚das kenn ich doch, das ist doch das komische Auto, was sprechen kann, mit dem coolen Typen, der die Berliner Mauer zum Fallen gebracht hat‘, einstellen (vielleicht ist das Kalkbrenners geheime Danksagung an den umschriebenen Serienhelden). Die kleinen negativen Seiten des Albums werden aber mit Tracks wie „Der Buhold“, „Der Ast-Spink“ oder auch „Bieres Meuse“ wettgemacht.

Schlussfolgernd lässt sich festhalten, dass sich Paul Kalkbrenner mit diesem Album weiterentwickelt hat und nicht krampfhaft versucht dem „Berlin Calling“-Hype nachzueifern. Vielmehr verströmt sein Album gute Laune und Gelassenheit, welche man in den kalten und dunklen Jahresabschnitten durchaus gebrauchen kann.

Live-Clip zu „Trümmerung“:

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