Kritik | Großstadtmärchen 2 von „Oliver Koletzki“

Küstler:
Oliver Koletzki
Redaktions-Wertung:
Titel:
Großstadtmärchen 2
Release:
16. März 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Es war einmal ein DJ, der die Welt verändern wollte. Er zog aus, um den Kampf „Gut gegen Böse“ auf ein neues Level zu erheben und die Erde zu einem schöneren Ort zu machen. Dafür wappnete er sich mit jeder Menge Talent und dem stolzen Titel „Best Newcomer 2005“. Seine Untergrund-Kampftirade „Der Mückenschwarm“ brachte ihm die Aufmerksamkeit vieler Länder ein und wurde schließlich bei Cocoon veröffentlicht. Daraufhin reiste der wackere Produzent quer über den Erdball, gründet sein eigenes Label „Stil vor Talent“ und beschloss, sein Märchen vertonen zu lassen. Mit dem Album „Großstadtmärchen“ (2009).

Und auch, wenn man es fast nicht glauben mag – auch Märchen können Fortsetzungen erfahren! Deshalb wirft Oliver Koletzki heute, am 16. März, mal eben seine neue Scheibe „Großstadtmärchen 2“ auf den Markt. Die Gebrüder Grimm wären sicher begeistert, wenn sie wüssten, dass Weiterführungen in dieser Form möglich sind.

Zumal Herr Koletzki wieder jede Menge Herzblut in seinen neuesten Longplayer gesteckt hat. Mit wunderbaren instrumentalen Parts, eingängigen Melodien, bunt gemischten Texten und tanzbaren Beats schafft es der Braunschweiger erneut, zu verzaubern. Das liegt nicht zuletzt auch an den umwerfenden Gastvokalisten, die sich der 29-Jährige eingeladen hat. Jan Blomqvist (der bei „The Devil In Me“ zu hören ist), Axel Bosse (ebenso grandios bei „Karambolage“), Jake the Rapper („Fifty Ways To Love Your Lover“) oder Juli Holz („Reisezeit“), die schon auf „Großstadtmärchen“ vertreten war. Doch auch die Tracks ohne stimmlichen Einsatz können sich hören lassen, wie beispielsweise „Boy Got Soul“ beweist. Das ist übrigens Olivers heimliches Lieblingslied und innerhalb nur eines Tages entstanden.

„Großstadtmärchen 2“ erzählt viele wunderbare Geschichten. Zu einigen findet man direkt einen Zugang, bei anderen dauert es etwas länger. Auf jeden Fall ist es ein musikalisches Gesamtkunstwerk, das man immer wieder in die Hände nehmen und mit gutem Gewissen hören kann. Ein bisschen so wie früher, wenn Oma uns mit „Rotkäppchen“ oder „Frau Holle“ zu wahren Fantasiereisen beflügelt hat.

Fans von „Großstadtmärchen“ dürften den Nachfolger trotzdem eventuell etwas zu poppig und nahe am Mainstream finden. Die elektronischen Einflüsse hat Oliver Koletzki ganz bewusst leicht heruntergeschraubt.

Hier gibt es direkt das Video zu “The Devil in Me” zu sehen!

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