Kritik | “Glasshouse” von Jessie Ware

Küstler:
Jessie Ware
Redaktions-Wertung:
Titel:
Glasshouse
Release:
20. Oktober 2017
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Wer im Glashaus sitzt, sollte… Jessie Ware hören! Seit knapp einer Woche ist nach drei Jahren Funkstille ihr neues Album „Glasshouse“ zu haben und als Fan der ersten Stunde kann ich sagen: Das Warten hat sich gelohnt!

Und das, obwohl „Devotion“ und „Tough Love“ die Messlatte hoch gelegt haben. Beide Alben haben im UK längst Gold-Status erreicht und wurden weltweit millionenfach verkauft. Kann „Glasshouse“ das toppen? Ich denke schon!

Drei Jahre hat Jessie an ihrer neuen LP gearbeitet – und zwischendrin eine kleine Familie gegründet. Die Abgabe-Deadlines haben allerdings so gedrängt, dass die Sängerin eine kreative Blockade hatte und das Album fast nicht entstanden wäre.

„Ich spürte diesen Anspannung und die Angst. Aber als mein Baby 2 ½ Monate alt war, ging ich nach LA, um zu schreiben. Ich spielte Benny (Blanco) einige Sachen vor und er sagte ‚Was hast du gemacht? Wo warst Du? Warum machst du nicht das, was Du auf ‚Devotion‘ gemacht hast? Geh zurück zu deinem alten Sound, der dich so großartig macht.‘ Ich weiß nicht, warum ich diesen Ort ignoriert habe, dabei fühle ich mich dort am wohlsten. Ich habe das Gefühl für mich selbst gefunden…. Danke Gott für Benny.“

„Glasshouse“ wurde größtenteils mit Benny Blanco in Kalifornien aufgenommen. Jessie hörte stundenlang Joni Mitchell, Nina Simone, Carole Kind und Aretha Franklin. Ihr Baby war bei vielen Aufnahmen dabei und generell eine wahnsinnige Inspiration für „Glasshouse“: „Es wurde ein Album für meinen Ehemann und mein Baby. Es ist eine Entschuldigung, eine Beichte, eine Liebesnotiz, eine Deklaration… Es zeigt alle meine Ängste und alle meine Emotionen.“

Schon die erste Singleauskopplung „Midnight“ zeigte, dass dieses Album besonders gefühlvoll wird. Nummer wie „Sam“, „Alone“ oder „First Time“ gehen direkt unter die Haut. Aber es geht nicht nur ruhig, sondern streckenweise auch deutlich poppiger zu – mit „Your Domino“, „Love To Love“ oder „Finish What We Started“. Und immer ist da diese wahnsinnig markante Stimme. 

„Ich liebe die neuen Sachen so sehr. Eine Menge Blut, Schweiß und Tränen stecken darin.“ 

Von Jazz über Pop bis hin zu innovativer House Music – die Einflüsse auf dem Album sind eine Erinnerung an Jessies musikalische Reise, die sich nun über drei Alben erstreckt. Und ein Zeuge ihrer persönliche Weiterentwicklung, als Künstlerin und Mensch. Es wird spannend, sie schon bald live zu sehen. 

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