Kritik | Girl On Fire von „Alicia Keys“

Küstler:
Alicia Keys
Redaktions-Wertung:
Titel:
Girl On Fire
Release:
23. November 2012
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Mit “Girl On Fire“ veröffentlicht Alicia Keys ihr fünftes Studio-Album und dürfte damit auf direktem Weg sein, ihren bisher 14 Grammys weitere hinzu zu fügen. Das Album entstand in enger Zusammenarbeit mit zahlreichen renommierten Produzenten und Songwritern wie Babyface, dem Komponisten und Sänger Jeff Bhasker sowie ihrem langjährigen Weggefährten Krucial. Nach der Geburt ihres inzwischen zweijährigen Sohnes Egypt Dean, den sie 2013 auch mit auf Tour nehmen will, klingt ihre Stimme noch ein wenig intensiver und die Songs spiegeln auch die vielen Erfahrungen wieder, die Alicia Keys bei ihren Reisen durch die ganze Welt gemacht hat.

Wenig überraschend ist das Klavier-Intro auf dem Album, denn die Stücke von Alicia Keys waren bereits sehr häufig von ihren grandiosen Klavieruntermalungen verzaubert worden. Das Intro geht direkt über in die zweite Singleauskopplung “Brand New Me“ und dort explodiert Alicia Keys mit einer brachialen Intensität, die einfach nur genial unter die Haut geht. Keinem anderen Künstler auf diesem Planeten gelingt es, trotz relativ leiser Töne so eine emotionale Gewalt zu entfesseln.

Bei “When It’s All Over“ zeigt sie der ganzen Welt die Liebe zu ihrem Sohn, denn sie spricht ihn direkt an und er ist auch live zu hören, als er ihr antwortet, wie sein Name ist. Diese tiefe Verbindung zu ihrem Sohn zeigt sich auch in diversen Aussagen nach dessen Geburt wie: “Ich genieße es umso mehr, Zeit mit der Familie und vor allem mit meinem Sohn zu verbringen. Alle zusammen haben meine Lebenseinstellung geändert“. Sie hört jetzt noch mehr als früher auf ihr Herz und erzählt das in “Listen To Your Heart“.

Einen überraschenden Stilwechsel mit modernen Electro-Sounds vollzieht sie dann bei “New Day“ und präsentiert sich von einer völlig neuen Seite, bevor sie wieder in eine komplett andere Richtung geht. Denn es folgt mit “Girl On Fire“ der Titelsong ihres Albums und die erste Singleauskopplung. Dabei setzen sich sowohl Alicia Keys als auch ihre Gastrapperin Nicky Minaj mit Gott auseinander und einem einsamen Mädchen, das dennoch so stark ist, dass sie wie eine Fackel brennt. Das direkt folgende zweite Duett “Fire We Make“ mit dem Sänger Maxwell beginnt als eine klassische Soul-Nummer, wie man sie von Alicia Keys schon öfter gehört hat, und endet dann aber mit einem außergewöhnlichen und sehr spektakulären Gitarrenpart.

Den nächsten Titel “Tears Always Win“ hat Shooting-Star Bruno Mars wesentlich mitproduziert und der Song klingt auch wie ein zukünftiger Hit mit seiner eingängigen Melodie. Ebenso beeindruckend und ausdrucksstark ist “Not Even A King“, auch wenn der Song durch seine emotionale Tiefe und die Frage, wie glücklich Geld machen kann, vielleicht einigen Fans zu schwermütig sein könnte. Weiter geht’s auf gleich hohem Niveau mit “That’s When I Knew“, der auch wieder mitten ins Herz trifft und stilistisch sogar einige Funk-Elemente enthält. Bei “Limitedless“ wird Alicia Keys sogar zum Reggae-Star und zeigt, dass sie auch diesen Sound perfekt in ihrem Repertoire verarbeiten kann. Zum Abschluss präsentiert sie noch die beiden Balladen “One Thing“ und “101“, wobei der letzte Titel den Zuhörer fesseln könnte wie kaum ein anderer Titel zuvor.

Insgesamt ist “Girl On Fire“ ein genial zeitloses Album, in dem Alicia Keys die ganze Bandbreite ihres Könnens zeigt. Sie selbst sieht sich seit der Geburt ihres Sohnes Egypt reifer und selbstbewusster denn je und zeigt dies mit jedem Song. Es ist daher absolut glaubwürdig, dass ihre Worte zu diesem Album waren: „Ich kann es gar nicht abwarten, das Album der Welt vorzustellen“. Angetan hat es mir vor allem “Brand New Me“ und “Tears Always Win“.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*
*

n/a