Kritik | Flätrate von „Culcha Candela“

Küstler:
Culcha Candela
Redaktions-Wertung:
Titel:
Flätrate
Release:
25. November 2011
LeserInnen-Wertung:
Web:

Die Spass-Band Culcha Candela steuert mit ihrem neuen Album „Flätrate“ zielsicher auf die Charts zu. Nach ihrem ersten großen Hit “Hamma!“ aus dem Jahr 2007 sind sie inzwischen ständiger Gast in den deutschen Top Ten. Bei mehr als 2,2 Millionen verkauften Tonträgern erreichten zwei Studioalben Platin und alle Singles stiegen in die Top 100. Das Geheimnis des Erfolges der sechs Jungs aus Berlin ist ihre Vielfältigkeit. Denn durch ihre verschiedenen kulturellen Wurzeln, die kaum unterschiedlicher sein könnten, vermischen sich unglaublich viele Stilrichtungen. Dieser Mix aus lustigen Texten mit teils ernstem und nachdenklichem Hintergrund ist das Paradebeispiel für gelungene und gelebte Integration in Deutschland.

Das Album beginnt gleich mit dem Titel “Flätrate“. Der Song erinnert im Refrain an eine Mischung aus dem Sound der Black Eyed Peas und aus dem NDW-Hit “Golderner Reiter“ von Joachim Witt. Getragen von feinen Beats und souligem Sound erzeugt “Flätrate“ mit viel Ironie ein spitzenmäßigen Party-Hit. Auch die “Hungry Eyes“, die durch die Nacht jagen, sind ein absoluter Hitgarant. In “Wildes Ding“ beschreiben die Jungs ihre Mischung einer Traumfrau, die vor allem bei den Männern Lust auf mehr machen dürfte. Besonders gekonnt ist die Anspielung, dass die Traumfrau ein bisschen Lady und ein wenig Gaga sein soll. Nach “Nix Zu Verlieren“ folgt mit “Von Allein“ eine weitere Partybombe.

“Megaherz“ ist eine weitere, hochintelligente Ansammlung von Wortspielen, denn alle besungenen Komplimente wurden aus der Computertechnik entnommen. So wird seine Hardware von ihrem Megaherz ganz weich. Es folgen die “Millionäre“ und das “Big Fat Smile“. Dieser leichte RMB-Track ist einer von nur zwei Titeln, die auf englisch gesungen werden. Als Kontrast kommt später noch der sehr reggae-lastige Titel “Rise And Shine“.

Auf “Dieses Gefühl“ sind die Jungs sofort wieder “Am Start“ und machen mit ihrem Auto eine coole Spritztour durch die Clubs. Die “MAMI“ ist eine von Bässen und Drums getragene Nummer mit vielen Abkürzungen. Der “Blaumann“ ist keine Hymne an den Arbeitsanzug, sondern es geht vielmehr darum, mal einen Tag blau zu machen.

“Verdammt Guter Tag“ ist ein weiterer Höhepunkt der Ironie. Jemandem passiert ein Missgeschick nach dem anderen getreu dem guten alten Murphys Law: Wenn es schief geht, dann richtig. Das ist dann ein verdammt guter Tag. Zum Abschluss gibt es mit “Morgen Fliegen“ noch eine sanfte Nummer zum Ausklang.

Das ganze Album “Flätrate“ ist ein Beweis, dass Culcha Candela sich eine eigene Welt und ein eigenes Genre erschaffen hat. Keine Band macht eine vergleichbare Musik und kombiniert so grandios die fetten Beats mit humoristischen Texten.

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4 Kommentare

  1. Hat der Autor dieser Rezension das Album überhaupt gehört? Culcha Candela sind nicht fähig, Musik zu machen, was auch die Ausarbeitung von „hochintelligenten Wortspielen“ einschließt. Die Tatsache, dass „Wildes Ding“ die offizielle Hymne zum Dschungelcamp 2012 ist, spricht ebenfalls für sich.

  2. Ja, ich habe das Album komplett gehört. Ob jemandem die Musik gefällt oder nicht, ist generell immer Geschmackssache. Was den Titel „Wildes Ding“ angeht, war von einer Version für das Dschungelcamp zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des Albums noch nicht die Rede. Warum sich Culcha Candela dafür hergegeben haben weiß ich auch nicht. Die Dschungel-Version des Titels kenne ich nicht, da ich diese Sendung nicht verfolge.

  3. Sicherlich, über Geschmack lässt sich streiten und ich möchte auch niemandem meine persönlichen Präferenzen – obwohl das manchmal eindeutig nötig wäre – aufdrücken, aber bei Culcha Candela sind subjektive Wahrnehmung vollkommen fehl am Platz; diese Band ist objektiv ein Totalausfall, mehr nicht.

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