Kritik | Electric Soul von „Marlon Roudette“

Küstler:
Marlon Roudette
Redaktions-Wertung:
Titel:
Electric Soul
Release:
08. August 2014
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Ich muss zugeben, dass ich zu Marlon Roudette immer ein etwas gespaltenes Verhältnis hatte. Seine Stimme trifft nicht so ganz meinen Geschmack. Als ich seine neue Single „When The Beat Drops Out“ zum ersten Mal gehört habe, ist mir aber direkt aufgefallen, dass ihm der elektronische Touch gut steht. Umso besser ist, dass sein gesamtes zweites Album diesem Stil folgt.

„Electric Soul“ ist ein nettes Electro-R&B-Scheibchen, das sich ganz ungezwungen durchhören lässt. Man merkt, dass Marlon Roudette deutlich experimentierfreudiger ist als noch bei seinem 2011er Debüt „Matter Fixed“. Zwischendrin finden sich zwar immer wieder poppige Nummern, aber im Gesamten ist die LP ein neues Kapitel. Musikalisch wie auch inhaltlich. Produziert wurde sie von Tim Bran und Roy Kerr. co-komponiert von Größen wie Jamie Hartman (Christina Aguilera, Joss Stone, Jason Mraz) und Stuart Matthewman (Sade).

„Die Themen sind diesmal viel positiver, als auf dem letzten Album. Auch, wenn das Zeug immer noch ziemlich düster und selbstreflektiv ist“, so Marlon über „Electric Soul“. „Die Popsongs sind irgendwie cooler und die coolen Songs sind diesmal ein wenig poppiger als sonst. Ich denke, ich habe ein gutes Gleichgewicht gefunden.“ Auch seine Stimme hat sich verändert und ist etwas tiefer geworden. Vielleicht packt mich dieses Album deshalb auch mehr als „Matter Fixed“.

Inspirieren lassen hat sich Marlon übrigens auch von Berlin: „’America‘ wurde in Berlin geschrieben; ebenfalls die Grundideen von ‚Body Language‘ und ‚Runaround‘. Das Stadtbild von Berlin inspiriert sicher auf irgendeine Art meine Lyrics. So manche Künstler wie Bowie oder U2 kamen hierher, um sich künstlerisch neu zu erfinden. Ich mag die Geschichte dieser Stadt; sie ist irgendwie immer noch verletzt. Man kann immer noch die Mauer spüren, die damals die Stadt geteilt hat.“

Im Ganzen ist „Electric Soul“ ein Album mit verschiedenen Atmosphären und einem Marlon Roudette, der mir nicht nur stimmlich deutlich besser gefällt. In jedem Fall isst es eine deutliche Weiterentwicklung zu einem Debüt.

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