Kritik | Britney Jean [Deluxe Edition] von "Britney Spears"

Küstler:
Britney Spears
Redaktions-Wertung:
Titel:
Britney Jean
Release:
29. November 2013
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Zwei Jahre sind seit „Femme Fatale“, Britneys letztem Album, vergangen. Nach aufreibenden, sehr erfolgreichen Monaten veröffentlicht die 31-Jährige heute ihren neuesten und zugleich achten Longplayer „Britney Jean“. Erneut eine ziemliche dancige Scheibe, mit der Britney zurück an die Spitze will. Dass sie bereit ist, sich dafür ihren Popo aufzureißen, hat sie mit der erste Auskopplung „Work Bitch“ schon klar gestellt. Und sie hat noch etwas angekündigt: „Britney Jean“ sei ihre persönlichste Scheibe. Deshalb sei auch ihr Spitzname für den Titel der LP gewählt wurden. „Ich bin eine Performerin. Ich bin eine Mutter. Ich bin lustig. Ich bin deine Freundin! Ich bin Britney Jean.“ Klingt erstmal ganz schön, aber schon ein Blick auf die Tracklist und auch

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die Lyrics (Überraschung, erneut nicht im Booklet abgedruckt) verrät, dass Britney scheinbar ein etwas anderes Verständnis für „persönlich“ hat. Es fehlt nicht nur an Tiefgründigkeit, auch eine Weiterentwicklung ist nicht erkennbar. Denn sind wir mal ehrlich: Wirklich anders als „Femme Fatale“ klingt „Britney Jean“ nicht. Erneut begegnen uns viele Bässe, Synthesizer und Beats zwischen Ballermann-Techno und 90s-Dance, ergänzt mit allem, was die Effektkiste so hergibt. Tanzbar ist das, keine Frage. Viele Nummer gehen nach einigen Durchläufen auch ins Ohr. Aber Britney klingt derart unecht und verzogen, dass man Auto-Tune geißeln möchte. Teilweise erinnert sie an ein ningelndes Kleinkind (bei „Passenger“ beispielsweise). Erst nach knapp der Hälfte der Tracklist keimt Hoffnung auf. Dann nämlich lässt Britney den Dance-Trash kurzzeitig hinter sich, wird mal wieder etwas sanfter und poppiger. Speziell das Duett mit ihrer kleinen Schwester Jamie Lynn (die rein stimmlich mehr beschenkt, aber dennoch kräftig verzerrt wurde) lässt aufhorchen. Warum davon nicht mehr? Britney versucht offensichtlich auf Krampf mit dem Trend mitzuhalten. Angesichts der Konkurrenz im Pop-Business kein Wunder. Einer Miley Cyrus kann Britney nicht das Wasser reichen. Deren aktuelles Album ist zwar auch kein Knaller, zeigt aber schon allein stimmlich einen gewaltigen Unterschied. Und auch Lady Gaga hat sich vom klassischen Pop abgewandt, macht jetzt „Artpop“, der ebenfalls recht elektronisch ist. Ist das Genre etwa ausgestorben? Glaubt man will.i.am und David Guetta, dann ja. Denn diese beiden produzieren derzeit scheinbar so ziemlich alles und jeden. Entsprechend „homogähn“ ist das Ergebnis. Auch bei Britney war will.i.am wieder als Executive Producer am Start, ist bei „It Should Be Easy“ sogar stimmlich vertreten. Kommerz-Techno eben. So richtig weiß man nicht, wie man diese Scheibe bewerten soll. Sie ist nicht schlecht, aber sie ist auch bei weitem nicht das, was man von Britney lange Zeit gewöhnt war. Zu viel Rummelplatzmusik, zu viel Eintönigkeit. Britney selbst dürfte das jetzt auch nicht sooo interessieren. Sie wird wieder in den Charts landen und hat durch ihren Deal in Las Vegas ohnehin erstmal genug um die Ohren. Das Persönlichste an „Britney Jean“ ist übrigens das Booklet. „Auf dem Plattencover sind viele Schwarzweiß-Fotos von mir, meine Lieblings-Sachen und Gedichten, die ich geschrieben habe. Jede Menge persönliche Dinge“, so Britney. Immerhin hat sie diesmal an mehr Songs mitgeschrieben und so ihre eigenen Gedanken eingebracht. Eigentlich eine Schande, dass das so lange gedauert hat.

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