Kritik | Body Talk Pt. 2 von „Robyn“

Küstler:
Robyn
Redaktions-Wertung:
Titel:
Body Talk Pt. 2
Release:
10. September 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

Leise, ganz leise hat sich Robyn allmählich in die internationalen Charts und in die Herzen der Musikfans dieser Welt eingeschlichen. Die Schwedin hat zwar schon mit 16 ihr erstes Album rausgebracht und 1996 mit „Show Me Love“ einen Volltreffer gelandet, so richtig hat man sie hierzulande aber erst neun Jahre später mit „Be Mine“ und „Handle Me“ wahrgenommen. Ihr bislang größter Erfolg war „With Every Heartbeat“ feat. Kleerup aus dem Jahr 2007, der ganz klar die House- und Electrorichtung vorgegeben hat, in der Robyn heute so erfolgreich ist. Jetzt spricht die Lady aus dem hohen Norden zum zweiten Mal Klartext, um genau zu sein Body Talk Pt. 2. Teil 3 der geplanten Trilogie soll noch in diesem Jahr vorgestellt werden. Komisch. Erinnert das nicht fast ein wenig an R. Kelly?

Doch zurück zu „Body Talk Pt. 2“: In Schweden hat das Album, das am 10. September erschienen ist, wie auch seine beiden Vorgänger „Body Talk Pt. 1“ und „Robyn“ direkt die Chartspitze eingenommen. In Deutschland ist es immerhin bereits in den Top 50. Das hat die erste Single-Auskopplung „Hang With Me“ noch nicht ganz geschafft, die rangiert derzeit auf Platz 68. Der Opener der Scheibe nennt sich jedoch „In My Eyes“ und wurde von Kleerup produziert. Auch wenn ein markanter Refrain fehlt, kann die Single punkten und erweist sich als eingängig. „Include Me Out“ ist ähnlich minimalistisch aufgebaut und übt sich in dezenter Zurückhaltung, hat aber keinen rechten Höhepunkt. Dem bereits erwähnten „Hang With Me“ ergeht es da deutlich besser, denn dieser Song ist schon aufgrund seines Beats und der Melodie wie für die Charts gemacht.

„Love Kills“ schickt dann einen ordentlichen Rhythmus ins Rennen und zum ersten Mal scheint Robyn akustisch ein wenig auszubrechen. Vielleicht liegt das auch an Savage Skulls, der als Produzent beteiligt war. „We Dance To The Beat“ prescht dann noch deutlicher in Richtung Electro, fast schon Minimal, und könnte für Fans der eigentlich soften Schwedin etwas zu hart wirken. Dies setzt sich auch bei Track 6 „Criminal Intent“ fort, wobei der Beat deutlich tanzbarer ist und leicht in die R&B-Richtung geht. Für „ You Should Know Better“ hat sich Robyn dann Unterstützung von keinem geringeren als Snoop Dogg geholt. Eine Kooperation, die überrascht, aber funktioniert. Für mich einer der stärksten Tracks auf dem Album. Den Abschluss bildet die Acoustic Version von „Indestructible“, der einzigen Ballade auf Teil 2 der Trilogie. Hier punkten die Streicher und die düstere Atmosphäre.

Dennoch: „Body Talk Pt.2“ bleibt ein wenig hinter den Erwartungen zurück. Man vermisst Kracher im Stil von „Dancing On My Own“ und irgendwie die Spitze des Eisbergs. Vielleicht spart sich die findige Schwedin alles für den dritten und finalen Part ihrer ‘musikalischen Körpersprache‘ auf? Wir werden es erfahren.

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