Kritik | Bag Raiders von „Bag Raiders“

Küstler:
Bag Raiders
Redaktions-Wertung:
Titel:
Bag Raiders
Release:
01. Juli 2011
LeserInnen-Wertung:

Der Vodafone-Song „Way Back Home“ will und will einem einfach nicht aus dem Kopf gehen. Sobald die Werbung über die Mattscheibe flimmert, erwischt man sich dabei, wie man, auch gegen seinen Willen, automatisch mitsummt. Höchste Zeit, dass die Bag Raiders nachlegen. Am 1. Juli erscheint ihr gleichnamiges Debüt-Album, das überraschend viele instrumentale Nummern enthält und die Erwartungen vollkommen erfüllt. Für so poppig, wie man DJ Chris Stracey und DJ Jack Glass gehalten hat, sind sie nämlich gar nicht. Im Gegenteil. Sie zeigen, wie wunderbar tanzbar australischer House ist, sodass sogar Kängurus mit den Füßen wackeln dürften.

Dabei gleichen nur wenige Nummern der ersten Auskopplung. Die beiden Australier gehen es ruhig an und eröffnen ihr Debüt mit einem reinen Instrumentalstück. Das mag vielleicht zunächst langweilig klingen, ist es aber keineswegs. „Castles In The Sky“ ist ein sehr housiges Stück, das bestens ohne den Einsatz von Vocals auskommt. „Sunlight“ erweist sich dann als Mischung aus House und Synthie, bei der auch der Gesang (zu hören ist Dan Black) nicht zu kurz kommt. Ein weiterer Ohrwurm-Kandidat nach „Way Back Home“, der schlicht gute Laune macht. Ebenso wie „Shooting Stars“, bei dem sich Rhys Taylor um den Gesang kümmert. Richtig in Fahrt kommen die Bag Raiders anschließend bei „So Demanding“, einer sehr funkigen, fast schon jazzigen Nummer, die an Jamiroquai erinnert und in einem gemäßigteren Tempo ist. „Gone Away“ ist dagegen wieder eher housig angelegt und setzt verstärkt auf Vocals (in diesem Fall die von Giselle Rosselli, der einzigen Dame auf diesem Album).

Mit „Prelude“ wird es im Mittelteil der Scheibe wieder ruhiger und instrumental, bevor „Not Over“ den zweiten Teil des Albums einläutet. Sehr tanzbarer House mit der Stimme von Simon Jones, der seine große Stärke im Refrain hat. Auch hier meint man wieder Jamiroquai zu hören. „Snake Charmer“, Track 8, setzt dagegen wieder auf reine Instrumentals und hört sich sehr verspielt an. Trotzdem passt die Nummer hervorragend auf „Bag Raiders“ und beweist, das Chris und Jack Mut zum Experimentieren haben. Auch bei „Always“ und „Golden Wings“ zeigt sich das. Den Abschluss der CD bildet schließlich „Way Back Home“ und schwupps – schon erwischt man sich wieder dabei, wie man die Repeat-Taste drückt.

Das geht einem übrigens während des gesamten Albums so. Denn die beiden housigen Australier präsentieren ein wirkliches stimmiges, unterhaltsames und kurzweiliges Debüt, das dafür sorgen dürfte, dass sie auch nach der Zeit des Vodafone-Spots nicht in Vergessenheit geraten. Nicht zuletzt wegen des tollen Covers. Für Fans von House und Funk eine echte Empfehlung!

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