Kritik | Attacke von „Lexy & K-Paul“

Küstler:
Ley & K-Paul
Redaktions-Wertung:
Titel:
Attacke
Release:
12. April 2013
LeserInnen-Wertung:
Genre:

„Attacke“ schreien Lexy und K-Paul. Und das müssen sie auch, denn in den letzten Jahren hat sich das DJ-Duo in den Charts spürbar rar gemacht. Gerade wenn man an ihre ersten großen Kracher zu Beginn der 2000er Jahre zurückdenkt.

Denn mit „Freak“, „Let’s Play“, „Girls Get It First“ oder „Vicious Love“ konnten Alexander und Kai eine ganze Generation begeistern. Anfangs noch recht mainstreamig und vocal-lastig haben sich die beiden inzwischen mehr in Richtung Minimal/Electro entwickelt und spielen lieber bei Festivals wie dem SMS, dem Echelon oder dem Sputnik Spring Break als in den Hitlisten. Ihr Kalender ist trotzdem (oder gerade deshalb) prall gefüllt. Bis zum August haben die beiden Herren kaum eine ruhige Minute.

Und inmitten dieses Trubels ist nun ihr neues Album „Attacke“ erschienen. Und das heißt nicht ohne Grund so. Herr Gerlach und Herr Paul greifen an. Mit feinster elektronischen Musik, viel Herzblut und Beats, die sich ebenso einbrennen wie ein zu langer Tag in der Sonne. Alter Schwede. Man möchte direkt in seine Flip Flops hopsen, sich ein kühles Bier krallen, die Sonnenbrille fest ins Gesicht drücken und dann einfach nur abzappeln. Kopf aus und so.

Lexy & K-Paul gelingt der Spagat zwischen clubbigen Hammerbuden, smartem Electro-Pop und hochanspruchsvoller 4/4-Elektronik wie immer leichtfüßig. Es gibt eigentlich keine Nummer auf dem Album, die nicht direkt das Trommelfell attackiert. Und die nicht auch im Radio funktionieren würde. Für einige sicherlich noch zu mainstreamig, bietet die satte Tracklist dennoch derart viel Facettenreichtum, das sich hier eigentlich niemand beschweren darf. „Grizzly on Dope“ beispielsweise. Der Track hat ganz sicher nichts mit dem House-/Dancegedudel zu tun, das derzeit überall zu hören ist.

Lexy & K-Paul wollen auch nicht auf Pump die Nummer 1 sein, viel lieber experimentieren sie und laden zum zuckenden Tanz. Dafür haben sie sich sogar Gäste an Bord geholt. Chefket zum Beispiel, der bei „Your Name“ dabei ist. Oder Yasha bei „Killing Me“. Der Mann, der im Herbst 2012 zusammen mit Marteria und Miss Platnum den Nummer-1-Hit ‚Lila Wolken‘ fabrizierte. Ebenso sind Ono, Anna Rikje Rosenthal und Spoony Talker mit von der Partie.

„Attacke“ dürfte auf jeden Fall niemanden unberührt lassen, dessen Herz für elektronische Musik schlägt. Wie gut, dass in den kommenden Wochen wieder die Festivalsaison startet und man von der Halbinsel Pouch bis nach Bad Aibling abgehen kann. Attacke? Attacke!

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