Kritik | Astronaut von „Effi“

Küstler:
Effi
Redaktions-Wertung:
Titel:
Astronaut
Release:
14. Oktober 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Genregrenzen? Sowas kennt Effi nicht. Der Grazer, der derzeit als aufgehender Stern am Indie-Himmel gehandelt wird, turnt mal eben zwischen Elektro und Gitarrensound hin und her und hat, nach drei Jahren emsiger Arbeit, sein erstes Album auf den Markt gebracht. Das trägt den Titel „Astronaut“ und scheint wirklich abzuheben.

Effi heißt eigentlich Thomas Petritsch und ist vom Sternzeichen Workaholic. Den Namen für sein musikalisches Projekt hat er bei Theodor Fontane gemopst – „Effi Briest“. Jetzt mag man sich wundern, ist die literarische Hauptfigur doch eine Frau. Thomas erklärt die Wahl allerdings anders: „Die Figur drückt den ständigen Zustand der Zerissenheit zwischen gesellschaftlichen Zwängen und kindlich-naiv romantischer Abenteuerlust aus, die mich auch ständig begleitet.“ Das zeigt er nicht nur in seiner Musik, das bekommt der geneigte Hörer auch bereits auf dem Cover zu sehen: bekritzelt, vollgekrümelt. „Astronaut“ ist vieles, nur nicht konventionell.

Die 13 Songs des Album stecken voller Spieltrieb, sei es elektronischem oder kindlichem, abwechslungsreichen Rhythmen und Sounds, und natürlich einem jungen Mann, der sich in keine Schublade stecken lässt. Die Songtitel sind kurz und prägnant, heißen etwa „Dance“, „Norway“ oder „Bye Baby“. Dennoch finden sich auf der Tracklist überraschend viele Ohrwürmer, mit denen man sich sofort anfreunden kann. Die Musik macht Spaß, sie unterhält und sorgt ganz einfach für gute Laune. Irgendwie erinnert Effi alias Thomas damit an Adam Young von Owl City und das ist eindeutig ein Kompliment.

Effi ist übrigens nicht nur ein Arbeitstier und Literaturstudent, er ist auch Autodidakt. Die meisten Instrumente auf seinem Album spielt er selbst, da wollte er nichts dem Zufall überlassen. Deshalb kamen nicht nur Gitarren zum Einsatz, sondern beispielsweise auch eine Ukulele. Auch um das Artwort von „Astronaut“ hat sich der Österreicher selbst gekümmert. Der britische Akzent, mit dem er singt, ist aber irgendwie von ganz allein gekommen. Vielleicht von seinen vielen Reisen oder seiner Zeit als Straßenmusiker in Neuseeland. Thomas ist nämlich schon ganz schön herum gekommen mit seiner Band. Touren wird er sicher auch in der nächsten Zeit viel, auch, wenn es noch keine konkreten Termine gibt.

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