Kritik | 101 von „Keren Ann“

Küstler:
Keren Ann
Redaktions-Wertung:
Titel:
101
Release:
25. Februar 2011
LeserInnen-Wertung:

Vorsicht, diese Frau ist schwer bewaffnet! Und zwar mit Talent und nicht nur, wie das Cover ihres neuen Albums vermuten lässt, mit einer Pistole. Denn auch im elften Jahr ihrer Solokarriere lässt die französische Sängerin Keren Ann nicht nach und präsentiert in diesen Tagen ihr mittlerweile sechstes Album „101“, das voll wunderbarer Geschichten steckt. Der einzige Stil, der sich dabei definieren lässt, ist die Einzigartigkeit der Keren Ann. Irgendwo zwischen Folk, Pop, Electro und Chanson.

Die hat sie bereits auf ihren bisherigen Scheiben unter Beweis gestellt und die Kritiker damit begeistert. Bei „101“ dürfte das nicht anders sein, denn die zehn Titel des Albums sind verträumt, inspirierend und vermitteln das Gefühl, als würde man in einem Raum voll Schwerelosigkeit stecken und schweben. Fans der zarten Dame haben sicher nichts anderes erwartet, denn auch das Vorgängeralbum „Keren Ann“, das inzwischen drei, fast vier Jahre zurückliegt, hatte diesen Charme. Es ist ein bisschen, als würde man eine Mischung aus Goldfrapp, Air und Ultra Violet hören. In der Kombination allerdings unwiderstehlich.

Dabei beginnt „101“ gleich mit einem richtigen Kracher: „My Name Is Trouble“ packt einen schon in den ersten Sekunden, auch wenn man Keren nicht ganz glauben will, dass sie es faustdick hinter den Ohren hat. Sie präsentiert Pop-Folk in allerbester Ohrwurm-Manier und schafft es, dass man gar nicht mehr aufhören möchte, diesen Song zu hören. Auch beim zweiten Titel „Run With You“ gelingt ihr dieses Wunder, obwohl der Track deutlich leiser ist. Die musikalische Ähnlichkeit zu Goldfrapp kann man hier wirklich nicht abstreiten. Dennoch ein wunderschöner Titel, der an das unaufdringliche „All The Beautiful Girls“ anschließt.

„Sugar Mama“ läutet dann einen erneuten Stilwechsel ein, der ein wenig aus der Melancholie reißt, aber nicht zu 100 Prozent überzeugen kann. „She Won’t Trade It For Nothing“ und „You Were On Fire“ haben da schon wieder mehr Erfolg, eben weil sie seichte Songs sind und so hervorragend zur Stimme der Französin passen. Aber auch „Blood On My Hands“ kann sich ins Gedächtnis mogeln, weil es ähnlich gestrickt ist wie der Opener.

Zum Ende hin wird es mit „Song From A Tour Bus“, „Strange Weather“ und dem Titelsong „101“ noch mal richtig ruhig. Und gewaltig. Das Album endet genauso genial, wie es angefangen hat. Auch, wenn es zwischendrin ein paar kleine Schwachstellen gegeben hat, präsentiert Keren Ann mit ihrem sechsten Werk einen süßen Cocktail für die Ohren, von dem man gern mehr hätte!

 

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