Kritik | 1 von „Muttersöhnchen“

Küstler:
Muttersöhnchen
Redaktions-Wertung:
Titel:
1
Release:
30. September 2011
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Beat-lastiger Elektro im schillernden Anzug

Wie die Musik aus den alten schwarz-weißen Geschichtsfilmen beginnt das Intro des neuen Albums „1“ von Muttersöhnchen. Maultrommeln leiten in ein sehr popiges erstes Lied. „Eins, zwei, drei“ erzählt die Story von zwei Jungs die sich trafen um Musik zu machen. Was für ein Zufall! Sie hatten einen „Hammerplan“: „Die girls soll´n kreischen, jungs vor neid erbleichen“. „Zwei Nerds im Studio lassen ´nen Raubtier frei“. So sieht es aus, und so klingt es auch das Album „1“ von Muttersöhnchen.

Härter, elektronischer und Beat-lastiger geht es weiter mit dem Song „elektro“. Zwar zeugen Passagen wie „du warst grad eben pissen und das sollen jetzt alle wissen“ nicht unbedingt von geistiger Tiefsinnigkeit, aber man nickt mit dem Beat und schmunzelt über die zwei interessanten Herren: Drummer, Programmer und Stimme ist Harry Bum Tschak, und Keyboarder sowie Digitalwunderkind (wie man hört) nennt sich MK TopGenie. Nachdem die beiden ausgeflippten Künstler mit ein paar Bands ein paar Platten veröffentlicht hatten, fanden sie sich im Jahr 2007 zusammen. Zunächst waren sie als rein improvisierendes „Elektromassaker“ im Untergrund aktiv, wollten aber ab 2009 den Popmarkt mit freshem Hybrid-Elektro und deutschen Texten erobern.

Man hat den Eindruck das Album wird immer elektronischer und konfuser, denn „essen geh´n“ beschreibt nicht nur mit spacigen Sounds die Freitag-Feierabend-Partystimmung, sondern verbreitet sie auch. „Mittendrin“ gibt uns die Chance wieder runterzukommen und mit dem textreichen und melodiengelungenen Stück klingt die Platte weiter. Drum-haltig schallt der Song „boys & girls“ ohrwurmverdächtig in unser Trommelfell. Irgendwie ein Diskolied zum mit grölen.

Beim Bundesvision Song Contest treten Muttersöhnchen mit ihrem Titel „essen geh´n“ für Schleswig-Holstein auf. Denn dass diese beiden schillernden Herren Stefan Raab auf Anhieb gefielen war klar. Die beiden Hamburger singen alberne Texte, clever-doof kann man sie nennen. Auch ihr Auftritt ist anders als gewohnt: Life performen sie in engen Gold- und Silberanzügen und glänzen nicht nur durch die schrille Kleidung, sondern auch durch buntes Hightech-Instrumentarium. Wer die Gelegenheit hat das Duo mal live zu erleben, sollte die Chance nutzen.

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