Hands von „Little Boots“

Küstler:
Little Boots
Redaktions-Wertung:
Titel:
Hands
Release:
26. Juni 2009
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

little-boots-hands-cd-bwertunge-de.jpgZur Zeit erlebt der Kitsch-Pop der 80er Jahre ein wahres Revival, neue Stars wie Lady GaGa, Ladyhawke oder La Roux werden geboren und der Konsument findet ein mit Synthies voll gepacktes Album nach dem nächsten im Laden vor. Auch Victoria Hesketh alias Little Boots reiht sich 2009 in diese Riege ein. Wie auch bei Lily Allen kam die Karriere der mittlerweile 25-jährigen Ex-„Pop Idol“-Teilnehmerin durch starke Internetpräsenz ins Rollen, was ihr einen Plattenvertrag und die Produktion der ersten Albums „Hands“ bescherte. Wer die erste Single „New In Town“ kennt, der kann sich ungefähr vorstellen, was einen auf dieser Platte so erwarten wird, nämlich oberflächlich fröhliche Texte, verpackt in perfekt produzierte Electropop-Instrumentals mit Ohrwurmgarantie.

Einen solchen findet man mit der eben angesprochenen Single „New In Town“ auch gleich als Einstand. Frisch, fröhlich, rhythmisch und mit allem was die Elektronik so hergibt produziert. Dazu ein nettes Geschichtchen von Little Boots mit Unterhaltungsfaktor und wie es sich für guten Pop gehört ein Refrain der mitreißt und Hit Charakter hat. Auch die insgesamt dritte Auskopplung von „Hands“, nämlich „Earthquake“, steht dem in nicht viel nach. Dicker Dance Beat, dazu mächtige, teils freaky Synthies und als Highlight noch eine emotionale Note, die den Puls und die Begeisterung gegen Refrain rapide ansteigen lässt – was für ein Kracher! Dem folgen mit „Stuck On Repeat“ und „Click“ verhältnismäßig gediegene Nummern, entspannter Synthpop, besonders „Click“ versetzt einen mit seinem Sound sofort zurück in die Eighties. „Remedy“ dagegen lässt die Hüften kreisen und die Tanzflächen beben, die Textzeile „Music is my remedy“ steht dabei für das Feeling des Songs und beschreibt ihn perfekt.

„Ghost“ macht seinem Namen alle Ehre, klingt etwas geheimnisvoll, ist auch ruhiger gehalten, hat teils etwas unbehaglichere Klänge im Gepäck, Little Boots ist hier so etwas wie eine Erzählerin, der man gerne zuhört, besonders der erneut sehr gelungene, gefühlvoll und dennoch richtig pompös gestaltete Refrain macht dieses Lied zu einem weitern Highlight. „Mathematics“ und „Symmetry“ haben das Prädikat der kitschigen Liebesschnulze, allerdings so übertrieben, dass es schon wieder richtig Spaß macht, besonders „Symmetry“, das als einziges Stück einen Gastauftritt in Person von Philip Oakey aufzuweisen hat, muss hier hervorgehoben werden. Passend zu dem Feature klingt auch der ganze Titel wieder sehr nach den 80ern, erinnert an große Bands wie Depeche Mode, bietet mit den beiden ein wunderbar harmonierendes Duo, das den Vibe dieses Tracks wunderbar rüberbringt, noch dazu lässt die Produktion jeden mit der Zunge schnalzen, der auf diesen Synthie Sound steht. Fast schon zurückhaltend wirken dagegen die letzten Lieder von „Hands“. Etwas nachdenklich, etwas schmalzig, eben Heile-Welt-Glitzer-Pop wie man ihn sich so vorstellt, hervorzuheben ist hier noch das durch Akustikgitarreneinsatz fast schon bescheiden klingende „No Brakes“, das das Album beendet.

Was für ein Einstand ins Musikgeschäft! Little Boots erfindet die Musik zwar nicht neu, holt aber aus bereits vorhandenem das beste raus und liefert mit ihrem Debüt „Hands“ ein schillerndes Steinchen im Mosaik der Retrobewegung des Pop-Geschäfts. Jedem, dem die Singles gefallen, gefällt hundert prozentig auch die komplette Scheibe, auch denen, die nach einer unbekümmerten Dancepop Platte suchen, sei „Hands“ wärmstens zu empfehlen.

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