Flesh Tone von „Kelis“

Küstler:
Kelis
Redaktions-Wertung:
Titel:
Flesh Tone
Release:
28. Mai 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:
Web:
keine Angaben

Ganze vier Jahre ist es her, seit Kelis ihr letztes Album veröffentlichte, vier Jahre in denen einiges passiert ist. Im privaten Bereich ging es mit der Ehe bergab, dafür folgte kurz darauf das Mutterglück. Auch beruflich stand mit dem Plattenvertrag bei Black Eyed Peas Frontmann will.i.am ein großer Wechsel ins Haus, nun macht die 29-jährige New Yorkerin also auch wieder musikalisch von sich reden. „Flesh Tone“ heißt Kelis jüngstes Werk, ein Album, das sich komplett von ihren bisherigen distanziert. Keine Spur mehr von R&B Beats, stattdessen probierte sie sich am aktuellen Trend des Black Music / Electronica Mixes. Ein Name fällt einem dazu schnell ein: David Guetta. Der Franzose hatte auch hier seine Finger im Spiel, allerdings fügen sich auch Benny Benassi oder Boys Noize in die Riege der Produzenten.

Zwar startet „Flesh Tone“ mit einem Intro, das kann aber als vollwertiger Song durchgehen. Hier hört man gleich in welche Richtung dieses Album gehen wird, nämlich in die der Electro Beats. Das Intro klingt dabei ein bisschen geheimnisvoll und freaky, der nicht all zu schnelle Takt und das recht melodische Gesamtbild gehen schnell ins Ohr und auch Kelis einmalige Stimme harmoniert prächtig mit dem neuen Style. „22nd Century“ wummert dagegen deutlich schneller und basshaltiger aus dem Subwoofer, fordert quasi sofort zum Tanzen auf ist daher auch ein potentieller Hit für die Clubs dieses Planeten. Wo es hier noch eher härter zur Sache ging, beginnt „4th Of July (Fireworks)“ deutlich entspannter und harmonischer, verbindet raffiniert energiegeladene Beat-Passagen mit einem gefühlvollen Klavierspiel, so dass ein ereignisreicher Track entsteht, bei dem Kelis wieder einmal richtig gut zur Geltung kommt. Auch „Home“ gelingt es, die Tanzfläche zum Beben zu bringen. Mit den Strophen schafft es Kelis die Stimmung so langsam anzuheizen, wenn es dann in den mit Techno-Elementen gespickten Refrain übergeht, wird ein wahres Feuerwerk gezündet, das sicher jede ordentliche Party bereichert.

Die Single „Acapella“ dürfte der ein oder andere sicher schon kennen. Sie stammt aus den Händen von David Guetta, dessen Sound man sofort heraushört, allerdings eher an seine älteren Sachen erinnert. Man kann sich sicher schon denken, dass auch dieses Stück sehr clubtauglich ist, sich aber den Vorwurf gefallen lassen muss, nicht besonders abwechslungsreich zu sein. Fast das selbe Urteil kann man über ihre zweite Zusammenarbeit „Scream“ fällen, allerdings kommt hier zwischendurch ein  ruhiges Pianostück zum Einsatz, das den fetzigen, aber auch penetranten Beat immer wieder etwas auflockert. Mit „Emancipate“ macht Kelis ihrer Rolle als Powerfrau alle Ehre. Nicht nur die Produktion, auch Kelis strotzt vor Selbstbewusstsein, klingt sowohl gefühlvoll als auch stark – ein echter Kracher und gleichzeitig eines der besten Lieder von „Flesh Tone“. Den Abschluss des mit nur 9 Tracks bestückten Albums machen „Brave“ und „Song For The Baby“. Während „Brave“ wieder einmal dazu auffordert die Hüften kreisen zu lassen, zeigt Kelis mit dem letzten Lied ihre emotionale und mütterliche Seite. Zwar ist auch dieses Stück relativ flott, allerdings fröhlich frisch und sommerlich melodisch, sodass es sich vom den restlichen Titeln doch stark abhebt. Toller Abschluss eines gelungenen, wenn auch gewöhnungsbedürftigen Albums.

Vielen Fans ihrer älteren Alben wird „Flesh Tone“ sicher übel aufstoßen, andere wiederum wird sie bestimmt damit begeistern können. Man sollte die Platte lieber nicht mit den Vorgängern vergleichen, sondern eher mit den aktuellen Sachen von David Guetta & Co. und da muss man sagen, dass Ms. Rogers sehr gut mithalten kann. Wer also auf eben genau diesen Sound abfährt, liegt mit „Flesh Tone“ goldrichtig.

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