Cheese von „Stromae“

Küstler:
Stromae
Redaktions-Wertung:
Titel:
Cheese
Release:
25. Juni 2010
LeserInnen-Wertung:
Web:
keine Angaben

Französisch ist eine der wohl klanghaftesten Sprachen der Welt, in der internationalen Musikszene war sie bislang mit Künstlern wie Katy Ryan oder Alizée aber eher spärlich vertreten. Das hat ein junger Mann mit belgisch-ruandischen Wurzeln nun geändert: Stromae, der mit bürgerlichem Namen Paul van Haver heißt. Seit „Alors On Danse“ weiß die ganze Welt, dass Musik aus Frankreich durchaus tanzbar sein kann und wartet gespannt auf das Debütalbum „Cheese“.

Auch ich war neugierig auf das Erstlingswerk des schlaksigen Belgiers, wurde aber ein wenig enttäuscht. Die Scheibe enthält ein paar durchaus eingängige Nummern und ist eine Mischung aus Rap, Pop, Electro und Dancefloor, die auf jeden Fall zum Bewegen animiert. Aber irgendwie will der Funke nicht so ganz überspringen.

Opener des Albums ist „Bienvenue Chez Moi“ und damit wählt Stromae einen etwas schwierigen Einstieg. Der Rhythmus ist gewöhnungsbedürftig und ich konnte mich mit der Single erst beim fünften oder sechsten Hören etwas anfreunden. Ähnlich wie bei „Te Quiero“, der zweiten Auskopplung von „Cheese“. Die geht zwar ordentlich in die Beine und ist als Nachfolger von „Alors On Danse“ schlau gewählt, hat aber irgendwie keinen wirklichen Höhepunkt. „Peace Or Violence“ gefällt da schon besser und zeigt, dass Stromae wirklich etwas zu erzählen hat. Fesselnd, abwechslungsreich, Anspieltipp.

Song Nr. 4 ist „Rail De Musique“. Auch hier prescht der Beat recht schnell los, dabei bleibt der „Aha-Effekt“ aber auf der Strecke. Was natürlich nicht heißen muss, dass die Single schlecht ist. Sie hat durchaus Potenzial, auch, wenn sie lyrisch gesehen eine Liebeserklärung an die Droge Musik ist. Es folgt die Erfolgs-Nummer „Alors On Danse“ und dazu muss man nicht viel sagen: Platz 1 in Frankreich, Deutschland, der Schweiz und Belgien und damit zu Recht einen „NRJ Young Talent Revelation Award“ wert. „Summertime“ im Anschluss ist einer meiner Lieblingstracks auf dem Album und macht seinem Titel alle Ehre. Vielleicht ein neuer Sommerhit?

Bei „Dodo“ zeigt sich Stromae dann von seiner ruhigeren Seite und beweist, dass er nicht nur schnell rappen, sondern auch singen kann. Ein modernes Schlaflied mit Hintergrund. Allons, au dodo – Ab in die Heia! Auf Platz 8 folgt „Silence“, für mich DER Anspieltipp auf „Cheese“. Der Song startet unspektakulär, legt nach einer Minute aber in bester Dance-Manier los und packt einen sofort. Den letzten 3 Titel des Albums, „Je Cours“, „House’llelujah“ und dem Titelsong „Cheese“ gelingt das leider nicht, auch wenn „House’llelujah“ stark nach Faithless klingt und durchaus gelungen ist.

Fazit: Stromaes Erstling ist keinesfalls „cheesy“, hätte aber noch ein wenig ausgereifter sein können. Wobei: Was ist schon ein Käse ohne Löcher?

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1 Kommentar

  1. Die CD ist zwar erst seit einigen Tagen auf dem Markt, dennoch höre ich es sehr gerne an. Für andere Fans: Schaut euch mal dieses Video mit Stromae an:
    http://www.youtube.com/musicblog4you#p/a/u/0/Dj3dPhNnTbs

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