Kritik | Just Charlie von „Charlie Wilson“

Die 70er und 80er waren seine bislang größte Zeit. Gemeinsam mit der „Gap Band“, die er mit seinen beiden Brüdern Robert und Ronnie gegründet hat, konnte Charlie Wilson Hits wie „Shake“, „Big Fun“ oder „Oops Upside Your Head“ landen und miterleben, wie zwischen 1979 und 1984 vier Alben Platinstatus erhielten. Als es um die Jungs stiller wurde, widmete sich Charlie seiner eigenen Karriere und veröffentlichte 1992 sein erstes Soloalbum „You Turn My Life Around“. In größeren Abständen folgten weitere Scheiben und seit 2003 regelmäßig Kollaborationen mit Stars wie Justin Timberlake, Kanye West, Jamie Foxx, Snoop Dogg und Pharell.

Seine letzten beiden Alben „Charlie, Last Name: Wilson“ (2005) und „Uncle Charlie“ (2009) liefen in den USA durchaus erfolgreich und waren in den Top 10 zu finden, weshalb Charlie Ende 2010, kurz vor dem Jahreswechsel, sein insgesamt fünftes Album „Just Charlie“ vorgestellt hat. Und der Titel ist durchaus ernst zu nehmen, denn der Amerikaner konzentriert sich ganz auf sich selbst, zurückhaltend arrangierte Tracks und lehrt uns, wie man eine Frau behandelt und respektiert. Besser gesagt seine Frau. Denn die Liebe zu seiner Gattin Mahin ist in jedem einzelnen Song spürbar, angefangen von „My Girl is A Dime“ bis hin zu „Lotto“. Und das nicht ohne Grund. Mahin war es, die Charlie in seinen schwersten Zeiten zur Seite gestanden und ihn zu einem besseren Menschen gemacht hat. Das klingt vielleicht kitschig, aber nach Alkohol- und Drogenabstürzen, Obdachlosigkeit und anderen Tiefschlägen, wie der Diagnose Prostatakrebs, war Charlie ganz unten. Letztlich war es seine Frau, die ihm wieder auf die Beine geholfen hat.

In Stücken wie „Crying For You“, „Lotto“, „You Are“ oder „I Wanna Be Your Man“, einer Neuauflage des Songs von Roger Troutman, in dem er mit Fantasia zu hören ist, erzählt er von dieser Zeit und macht deutlich, wie viel er seiner Frau zu verdanken hat. Eigentlich müsste das Album demnach „Just Mahin“ heißen, dann wäre es die perfekte, zeitlose Liebeserklärung.

Alle zehn Tracks sind ruhige Nummern, die „Just Charlie“ zu einer wunderbar entspannten und gediegenen Scheibe machen. Um mehr geht es Charlie Wilson auch nicht. Er will keine Millionen scheffeln, sondern seine Leidenschaft für die Musik ausleben und ganz einfach Spaß auf der Bühne haben. Das sei ihm vergönnt!

Anspieltipps: „My Girl Is A Dime“, „You Are“ und “Where Would I Be”

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