Kritik | Margins von „Paul Smith“

Küstler:
Paul Smith
Redaktions-Wertung:
Titel:
Margins
Release:
15. Oktober 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:

„Girls Who Play Guitars“, “Apply Some Pressure” oder “Books From Boxes” – Maxïmo Park begeistern seit 2003 mit ihrem individuellen Indie-Rock und hauen ordentlich in die Saiten. Umso erstaunlicher ist es, dass das Debüt-Album von Frontmann Paul Smith ruhigere Töne anschlägt und mit einer sanften Melancholie daherkommt. Er selbst bezeichnet es nicht als Soloalbum, sondern vielmehr als eigenes Werk, denn er will sich nicht von seinen Jungs trennen.

Ob „This Heat“, „Strange Friction“, “The Crush And The Shatter” oder “I Wonder If” – irgendwie wird man während der gesamten Laufzeit das Gefühl nicht los, dass irgendetwas fehlt. Duncan, Archis, Lukas und Tom wahrscheinlich, weil man es so gewohnt ist. Die Musik ist reduziert und so sparsam arrangiert, dass Paul Smith nahezu einsam klingt. Überhaupt wirkt „Margins“ so gegensätzlich, dass die Frage aufkommt, ob der Frontmann in den letzten sieben Jahren bei Maxïmo Park musikalisch gesehen überhaupt Mitspracherecht hatte. Er selbst sagt dazu: „Ich bin nach wie vor bei Maximo Park. Ich hatte einfach nur ein paar Songs, die nicht zu der Band passen. Und irgendwann fiel mir auf, dass ich daraus ein eigenes Album machen könnte.

„Margins“ ist keine Enttäuschung, eher eine Überraschung, die man schwer einschätzen kann. Erst nach dem zweiten oder dritten Hören, zeigt sich die wahre Intensität des Albums. Am stärksten sind Songs wie „North Atlantic Drift“, die erste Single-Auskopplung, „ I Drew You Sleeping“ und „Alone I Would`ve Dropped“, aber vielleicht gerade deshalb, weil sie ein wenig nach Maxïmo Park klingen. Wobei das natürlich nichts Schlechtes sein muss.

Trotz seiner feinen Minimalistik liefert Paul Smith mit „Margins“ ein Album, das wie geschaffen ist für die herbstlichen Tage und zum Träumen verleitet. Übrigens wird Smith demnächst auch ein Buch mit eigenen Polaroids veröffentlichen. „Thinking In Pictures“ soll beweisen, dass er vielmehr Facetten hat, als mancher vielleicht glaubt und seine künstlerische Seite unterstreichen. „Margins“ ist in jedem Fall ein guter Anfang, wenn auch ungewohnt. Es wird sicher nicht die letzte Arbeit des Briten sein.

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