Kritik | Interpol von “Interpol”

Küstler:
Interpol
Redaktions-Wertung:
Titel:
Interpol
Release:
3. September 2010
LeserInnen-Wertung:
Genre:

Heutzutage schaut man ja nicht mehr so im CD-Regal, wenn man auf der Suche nach neuer Musik ist, sondern geht eher ins Internet. Ist ja auch viel bequemer. Sicherlich hat unter den etwas verschobenen Marktbedingungen die Musikbranche zu leiden, doch ganz Hartgesottene werden sich immer noch die CD’s oder die Platten kaufen. 

Also war es mal wieder an der Zeit, dass ich mal wieder auf einer bekannten Multimediaplattform nach neuer Musik suchte. Bis die Band Interpol den Weg in mein Ohr gefunden hatte. Dabei war mir gar nicht bewusst, dass es die Band schon seit 1998 gibt. Denn die Musik von der Band Interpol hört sich nicht gerade so an, als würde sie aus dieser Zeit stammen, sondern eher aus den 1980er. Ferner erinnern viele Titel an die britische Band Joy Division. Das mag wohl an der Melancholie liegen, die von den Songs von Interpol ausgeht.

Anfang des Jahres mussten die Fans und auch die Band Interpol einen herben Rückschlag hinnehmen, nämlich als Carlos Dengler die Band verließ. Das neue Album von Interpol, welches den gleichen Namen der Band trägt, kommt vielleicht aus diesem Grund sehr authentisch rüber. Ein Schatten von Melancholie und Trauer ist klar erkennbar. Vielleicht mag das Album „Interpol“ sich auch ein wenig an der Handschrift von Alan Moulder orientieren, der schließlich schon mit vielen bedeutenden Größen der Musikbranche zusammen gearbeitet hat. Unter anderem mit den Smashing Pumpkins, U2, Moby, The Cure und Nine Inch Nails. Die Liste ist lang.

Das abschließende Abmischen des Albums „Interpol“ überließ die Band komplett Alan Moulder. Der Longplayer beinhaltet insgesamt zehn Titel und wurde im New Yorker Electric Lady Studio eingespielt. Es scheint, als würden sie ineinander übergreifen. Zum ersten Mal legte die Band die Abfolge fest, bevor die Songs überhaupt aufgenommen waren.

Auf der Platte „Interpol“ begleitet den Hörer eine düstere Stimmung, die jedoch zugleich in Romantik umschlagen kann. Die intensiven Töne, die zugleich beruhigend wirken sind wirklich einzigartig und geben den Stil von Interpol wieder. Genau das richtige für verregnete Abende. Die Wirkung dieser Musik ist phänomenal. Verwirrend bis zum Schluss, aber schön zugleich. Sobald das erste Lied erklingt begibt man sich auf eine Seelenwanderung der etwas anderen Art. Von Piano-Loops bis zu klaren Gitarreneinspielungen ist alles filigran gehalten, aber gleichzeitig sehr aussagekräftig. Eigentlich kann man gar nicht beurteilen, welcher Song etwas schwächer oder stärker ist. Sämtliche Titel sind beigeisternd. Als Anspieltipp könnte man „Summer well“ und „Lights“ nennen. Etwas theatralischer sind dagegen „Try it on“ und „The Undoing“. Alles in Allem ist das Album „Interpol“ von Interpol ein sehr gelungenes Werk.

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