Zucchero – neues Album „Chocabeck“ VÖ 19.11. + Deutschland Tour 2011

Grundsätzlich ist Zucchero ein Befürworter der neuen Technologien; der 55-Jährige steht den Konsum- und Hörgewohnheiten der jüngeren Download-Generation durchaus offen gegenüber. Dennoch solle man sein neuestes Album „Chocabeck“ als Ganzes hören und es in voller Länge auf sich wirken lassen, gibt er zu bedenken. „So ein Album funktioniert bei mir eher wie ein Gemälde. Das Bild wird erst stimmig und sinnvoll, wenn man es als Ganzes betrachtet.“

Mit den Songs seines neuen Longplayers „Chocabeck“ entwirft er ein Bild vom Leben in der italienischen Provinz. „Auf diesem Album geht es definitiv um meine Wurzeln“, berichtet er. „Es geht um Fragmente des Lebens in dieser Gegend, um die Bilder und Eindrücke eines typischen Sonntags in dem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin.“

Auf dem Titelstück „Chocabeck“ ist Brian Wilson als Vokalgast zu hören: „Ich finde, dass Brian definitiv zu den größten Rockmusikern aller Zeiten gehört“, meint Zucchero. „Ich hätte ehrlich gesagt niemals damit gerechnet, ihm persönlich zu begegnen, geschweige denn mit ihm einen meiner Songs aufnehmen zu können. Der Track klingt so schon ein wenig nach den Beach Boys, und durch seinen Gesang natürlich umso mehr. Es war einfach nur beeindruckend zu sehen, wie schnell er die ganzen verschiedenen Harmonien aufnahm: sechs, sieben, acht Gesangsspuren, die er mal eben nacheinander einsang. Dieser Mann ist einfach eine Legende.“

Den Text der englischen Version von „Alla Fine“ hat übrigens niemand Geringeres als Iggy Pop beigesteuert; gewiss eine überraschende Wahl. „Iggy ist auf der Bühne nicht zu schlagen; da wird er zum Tier, aber er hat auch eine dichterische Ader“, meint Zucchero. „Wenn man allein von seiner Show ausgeht, könnte man denken, dass man es hier mit dem Teufel persönlich zu tun hat. Doch wenn man ihm dann begegnet, merkt man, was für ein netter und liebevoller Mensch er doch ist. Ich hatte einfach riesiges Glück, mit ihm arbeiten zu dürfen.“ Der Songtext zu „Someone Else’s Tears“ stammt aus der Feder von Bono. Ein sanfter Akustiksong bringt den Rhythmus des Lebens in der italienischen Provinz auf den Punkt. „Bono und ich sind schon seit Ewigkeiten gute Freunde“, berichtet er. „Er verfasste schon damals die Songtexte für Stücke wie ‘Blue’ und für ‘Miserere’, den ich mit Pavarotti aufgenommen habe. Bono spricht allerdings kein einziges Wort Italienisch: Er hörte sich einfach die Melodie an und verfasste dazu diesen wunderschönen Text, der genau das zum Ausdruck bringt, was mir dabei vorschwebte: Das Leben auf dem Land, der Wein, die Freude an den einfachen Dingen. Insofern stimmt es wohl doch, dass die Musik den Text immer schon in sich trägt. Richtig gute Texter hören einfach nur ganz genau hin und finden die Worte in der Melodie, die eigentlich schon die ganze Zeit über darin versteckt waren.“

„God Bless The Child“ der zweite englischsprachige Track von „Chocabeck“ besticht mit einem großen Orchester-Arrangement; geschrieben hat Zucchero den Song zusammen mit Roland Orzabel von Tears For Fears, Chaz Jankel und Derek Hussey von The Blockheads. Der im Verlauf des Albums beschriebene Tag endet mit diesem Stück und Zucchero lässt das wohl persönlichste Album seiner Karriere mit ruhigen, optimistischen Worten ausklingen.

Zuccheros internationaler Erfolg basiert auf dem großen Erfolg in seiner italienischen Heimat, sein Album „Oro incenso e birra“ (Gold, Weihrauch und Bier) von 1989 ist das meistverkaufte Album in der italienischen Geschichte. 1992 wurde er als einziger italienische Sänger zum Freddie Mercury Tribute Concert eingeladen; der Anfang seiner musikalischen Zusammenarbeit und Freundschaft mit den Queen Mitgliedern Brian May und Roger Taylor. Sein 2004er-Album ZU & Co, auf dem unter anderem Duette mit Miles Davis, Paul Young, Sheryl Crow, Dolores O’Riordan (The Cranberries), B. B. King, John Lee Hooker, Brian May und Sting enthalten sind, hat einen millionenfachen Absatz in der ganzen Welt gefunden. Zucchero trat im Rahmen der weltweiten Live-8-Benefizkonzerte 2005 in Rom und Paris auf.

Tour 2011 Zucchero kommt nach Deutschland!

  • 21.05.2011 München, Olympiahalle
  • 22.05.2011 Stuttgart, Porsche Arena
  • 24.05.2011 Berlin, O2 World
  • 25.05.2011 Düsseldorf, Phillipshalle
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1 Kommentar

  1. Ein schönes, gutes Album, wie oben beschrieben. Voller subtiler Einfälle und Stimmungen. Und doch drängt sich mir beim Hören ein Wunsch auf: Ich hätte diese Songs gerne mal gehört, bevor sie vom Mix ins Mastering gegangen sind. Dort nämlich hat man sich – wie ja durchaus üblich und in Maßen auch notwendig bei Pop-Produktionen – mit Loudness-Optimierern, Kompressoren, Enhancern und was es dergleichen mehr an Zauberwerkzeugen gibt, über das Material hergemacht. Und dabei hat man leider manchmal jedes Maß verloren. Die Vorliebe für die Brickwall-Welle ist schon bei früheren Zucchero-Alben zu beobachten, bei manchen Nummern ist das ja auch OK, wenn man es mal krachen läßt. Bei diesem vielschichtigen Werk der leisen Töne dient diese Arbeitsweise leider der Musik in keiner Weise. Das Ergebnis: Nichts in den Schichtungen der Arrangements will hinten sein. Alles drängt nach vorn, die Musik scheint manchmal an den Vorderseiten der Boxen zu kleben. Der schmale Grat von Power und Druck zu Aufdringlichkeit wird häufig überschritten. Transparenz und Räumlichkeit leiden schwer und so nimmt man dieser Musik gleichsam die Luft zum Atmen – und genau das hätten diese Stücke gebraucht. Schade! Thomas

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